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KI-Werbung kostet Marken Vertrauen - Chatbots funktionieren
12.08.2026 KI-Werbung stößt bei vielen Verbrauchern in Deutschland auf Skepsis. 35 Prozent würden das Vertrauen in eine Marke verlieren, wenn sie wüssten, dass sie Werbung mit Künstlicher Intelligenz erstellt.
Während KI in der Werbung auf Vorbehalte stößt, ist die Akzeptanz bei Produktempfehlungen deutlich höher. 69 Prozent der Befragten können sich vorstellen, auf Empfehlung eines KI-Chatbots einzukaufen. Am häufigsten gilt das für Reisen mit 21 Prozent, Lebensmittel mit 20 Prozent und Mode mit 19 Prozent. 31 Prozent wollen dagegen nicht aufgrund einer KI-Empfehlung einkaufen. Remco Westermann, CEO der Verve Group, sieht darin keinen Widerspruch: "Zwei von drei Deutschen würden auf Empfehlung eines KI-Systems kaufen. Gleichzeitig sinkt das Markenvertrauen, wenn eine Anzeige erkennbar KI-generiert ist. Das ist kein Widerspruch. KI ist willkommen, wenn sie im Hintergrund arbeitet und das Ergebnis besser macht. Sobald sie sichtbar wird, verliert sie ihren Wert."
Auch für werbefinanzierte Angebote zeigt die Befragung eine hohe Akzeptanz. 80 Prozent würden demnach lieber Werbung erhalten, als für Vorteile bei der Nutzung mobiler Apps zu bezahlen. Besonders attraktiv sind Rabatte, die 61 Prozent nennen. Zusätzliche Leben in Spielen kommen für 57 Prozent infrage, zusätzliche Inhalte für 56 Prozent.
Viele Verbraucher misstrauen dem Umgang mit ihren Daten
Deutlich skeptischer fällt das Urteil beim Datenschutz aus. 44 Prozent der Befragten fühlen sich nach eigenen Angaben mit ihren Daten auf keiner Plattform sicher. Nur 16 Prozent sehen staatliche Regulierung als wirksamsten Schutz. Rund ein Drittel hält dagegen eigene Maßnahmen wie das Ablehnen von Cookies oder die Nutzung des Inkognito-Modus für besonders effektiv. Westermann sieht deshalb auch die Werbewirtschaft in der Verantwortung: "Acht Jahre nach Inkrafttreten der DSGVO fühlt sich ein erheblicher Teil der deutschen Verbraucher mit seinen Daten nirgendwo wirklich sicher. Das zeigt, dass Vertrauen nicht allein durch Regulierung zurückkommt. Die Werbebranche muss das Problem selbst angehen." Als Ansatz nennt er datenschutzkonforme Technologien, die ohne IDs oder Cookies auskommen.Die Studie wurde im Auftrag der Verve Group durchgeführt. Censuswide befragte dafür 2.000 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland. Die Stichprobe war nach Alter, Geschlecht und Region bevölkerungsrepräsentativ.
