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DSGVO: Vier von fünf Unternehmen geben zu, die Deadline zu verpassen
17.05.2018 Deutschland liegt bei der Umsetzung der DSGVO international betrachtet nur auf dem vierten Platz. Besonders stark ist hierzulande die Diskrepanz in der Wahrnehmung zwischen Verbrauchern und Unternehmen ausgeprägt: Fast alle Unternehmen unterschätzen das Umsatzpotential, das eine regelkonforme Umsetzung birgt.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Wenn die Zeit zur Umsetzung der DSGVO am 25. Mai 2018 abläuft, sind Unternehmen in Europa und den USA in ihren Fortschritten alle unterschiedlich weit. US-amerikanische und britische Unternehmen sehen sich der Zielgeraden im Schnitt am nächsten, obwohl auch hier nur 63 bzw. 55 Prozent berichten, größtenteils oder komplett konform zu sein. Spanien (54 Prozent), Deutschland (51 Prozent) und Niederlande (51 Prozent) folgen auf dem Fuß. Schweden hat nach eigenen Angaben noch den weitesten Weg: Hier glauben nur 33 Prozent der Befragten, fristgerecht konform zu sein.Die Erkenntnisse des Reports deuten darauf hin, dass viele Unternehmen sich rein auf die regelkonforme Umsetzung von Maßnahmen konzentrieren, dabei aber die Geschäftschancen hinter der DSGVO übersehen. So berichten 31 Prozent der Befragten, ihr Fokus läge allein auf der Compliance und weniger auf Wettbewerbsvorteilen. Tatsächlich nimmt sich nur eine von zehn Organisationen vor, ein Vorreiter in Sachen Datenschutz und Privatsphäre zu werden. Dabei könnten sich Unternehmen hierdurch höhere Gewinne ausrechnen.
Übersehene Chance auf mehr Gewinn
Gut die Hälfte der befragten Verbraucher in Deutschland (52 Prozent) hat ihre Einkäufe bei Unternehmen, die sie für datenschutzgemäß halten, erhöht. 37 Prozent geben an, dabei auch mehr Geld ausgegeben zu haben - um bis zu 24 Prozent. Außerdem haben sie weitaus öfter mit diesen Organisationen interagiert. Aber die Vorteile reichen noch weiter: Fast die Hälfte der Befragten hat positive Erfahrungen mit Freunden und Familie geteilt und somit die Reputation der Firma bei anderen potentiellen Kunden gestärkt.Mit der EU-DSGVO können Verbraucher nun wieder selbst die Hand über ihre Daten halten und lassen im Zweifel auch Taten folgen: In Deutschland wollen 61 Prozent der Verbraucher reagieren, wenn Unternehmen ihre persönlichen Daten nicht ausreichend schützen. Dazu gehören: Ausgaben und Einkäufe bei betroffenen Unternehmen reduzieren (71 Prozent), Geschäftsbeziehungen beenden (71 Prozent) oder Negativerfahrungen im Bekanntenkreis teilen (73 Prozent).
Auf Seiten der Unternehmen unterschätzt man diese Bereitschaft der Kunden, selbst aktiv zu werden: 71 Prozent der befragten Führungskräfte bezweifeln zum Beispiel, dass Kunden ihre Daten wirklich löschen lassen würden.
Die Umfrage, die in dem Report Seizing the GDPR Advantage: from mandate to high-value opportunity veröffentlicht wurde, wurde unter zwei verschiedenen Personengruppen durchgeführt. Privatpersonen und Führungskräfte großer Unternehmen. Im Zeitraum März bis April 2018 befragte das Digital Transformation Institute , kurz DTI, von Capgemini rund 1.000 Führungskräfte in Organisationen mit einem Mindestumsatz von über eine Milliarde US Dollar und 6.000 Verbraucher über 18 in sieben verschiedenen Ländern - Frankreich, Deutschland, USA, Großbritannien, Italien, Schweden und Spanien. 150 Führungskräfte und 1.000 Verbraucher kommen dabei aus Deutschland.

