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Trend-Watch: Social-Media-Trojaner

11.04.2012 Social-Media-Trojaner sind virale Botschaften mit einer positiven Hülle. Auf der Oberfläche kommunizieren sie Engagement für eine gute Sache und infizieren damit den Konsumenten. Im Inneren sind sie zutiefst manipulativ.

Die moralische Botschaft ist beim Social-Media-Trojaner Oberfläche, nicht Kern (Bild: Robert Raines - flickr/CC bysa)
Bild: Robert Raines - flickr/CC bysa
Die moralische Botschaft ist beim Social-Media-Trojaner Oberfläche, nicht Kern

Beispielhaft für Social-Media-Trojaner ist das "Kony 2012"-Video. Filmisch ansprechend gestaltet prangert "Kony 2012" Joseph Kony an, dem der Internationale Strafgerichtshof die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten in Uganda vorwirft. Das 30minütige Video verbreitete sich rasant, erst nach Abklingen des viralen Buzz wurden kritische Stimmen laut: Etwa an der inhaltlichen Darstellung, der Zielsetzung oder dem Umgang mit Spendengeldern.

Unabhängig vom Gehalt der Kritik zeigt der Social-Media-Trojaner "Kony 2012": Die parasitäre Inanspruchnahme eines positiven Ziels kann virale Effekte maximal ausnutzen, ohne dass das dahinterliegende Ziel, der Code im Trojaner, näher untersucht wird. Die Einfachheit der Weiterleitung in sozialen Netzen beschleunigt die Verbreitung, das Tempo raubt die Zeit für die tiefere Auseinandersetzung.

Entscheidend ist die Inanspruchnahme einer Botschaft, die den kleinsten gemeinsamen Moral-Nenner hat, sodass kritischer Widerspruch unangemessen erscheint: Befürworter der Internetüberwachung führen den Kampf gegen Kinderpornografie als Motiv an. Gegner der Maßnahme werden mit Verweis auf diese Oberfläche abgeschmettert. "Kony 2012" wird vergleichbare Social-Media-Trojaner nach sich ziehen.

iBusiness Trendanalyse
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