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Interaktiv-Trends 2025/2026: Wie Agenturen die Technologieexplosion überleben
27.12.2024 Die Transformation fordert selbst Digitalagenturen heraus: Unternehmen suchen zunehmend strategische Partner statt reine Dienstleister, während gleichzeitig das Innovationstempo und die Komplexität neuer Technologien rasant steigen. Wie Agenturen in diesem Wettlauf bestehen können.
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Doch wie können Agenturen mit dem technologischen Innovationstempo Schritt halten, ohne an Effizienz und Qualität einzubüßen? Wie schaffen sie es, den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden? Und welche neuen Dienstleistungen müssen sie entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben?
Die Herausforderungen: Tempo, Vielfalt und Wettbewerb
Shops, Unternehmen und Agenturen profitieren nicht nur von der rasanten technologischen Entwicklung - sie leiden auch darunter. Jeden Tag kommen neue Tools und Technologien auf den Markt, die Versprechen von Effizienz, Innovation und Wettbewerbsvorteilen mit sich bringen. Die Halbwertszeit von Technologien wird immer kürzer. "Inzwischen können autonome Assistenten echte Gespräche führen und eigenständig Aktionen umsetzen", erklärt Liesel Klokkers vom US-Software-Anbieter Salesforce. Und die Werkzeuge werden immer mächtiger. Man dürfe nicht vergessen: "Die KI von heute ist die schlechteste KI, die es je gegeben hat", erinnert Jan Linketscher , CEO der i22 Digitalagentur. Welche Entwicklungen wir allein in den nächsten Monaten erwarten dürfen, erklärte KI- und Datenschutz-Experte Christian Bennefeld gerade erst in der Zukunftskonferenz 2025 des HighText-Verlags. Kurzfassung: KI-Agenten werden immer spezialisierte Aufgaben übernehmen. Mehrere dieser Agenten können in Teams zusammengefasst werden und auf diese Weise äußerst komplexe Aufgaben übernehmen. Zudem werden sogenannte "Computer Use Agents" schon bald die GUI von Software verstehen und auf diese Weise jede Software oder Web-App bedienen können. Auf diese Weise können sie nicht nur komplexe Aufgaben übernehmen (etwa: Reiseplanung), sondern diese auch durchführen (etwa: Reisebuchung). (Die Aufzeichnung des kompletten, sehenswerten Vortrags können Sie nach kurzer Registrierung hier ansehen.)Ähnlich dynamisch verläuft die Integration von KI in Unternehmenssoftware für Marketing-Automation, Prozesssteuerung und E-Commerce. Allein die Headless-Architekturen im E-Commerce sind Beispiele dafür, wie rasant Innovationen traditionelle Ansätze ersetzen. Agenturen stehen damit unter enormen Druck, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, sei es durch Schulungen, die Integration neuer Technologien oder die Anpassung bestehender Prozesse.
Zugleich nimmt der Druck unter den Agenturkunden stetig zu, im Technologie-Wettrüsten zu bestehen. Dabei geht es nicht nur um Effizienz und Wirtschaftlichkeit, sondern auch um Wettbewerbsfähigkeit. "Unternehmen, die personalisierte Kundenerfahrungen umsetzen, profitieren von verbesserten Kundenerlebnissen, gesteigerter Innovationsfähigkeit und stabileren Umsätzen", beschreibt Karen Cavallaro von best it die Herausforderung. Hyperpersonalisierung, Customer Experience Management und Omnichannel-Marketing heißen die wichtigen Trends der Branche. Dafür braucht es Daten, Struktur, Automatisierungs- und Entscheidungssoftware. In der Folge nimmt die Anzahl und Spezialisierung von Software-Lösungen stetig zu. Neue Kategorien wie Customer Data Platforms (CDPs) oder Predictive Analytics-Systeme bieten spezialisierte Ansätze, die jedoch oft schwierig in bestehende Infrastrukturen integriert werden können. Kundinnen und Kunden verlangen oft maßgeschneiderte Lösungen, die spezifische Tools einbinden. Agenturen müssen nicht nur die Funktionalitäten der Tools verstehen, sondern auch wissen, wie sie nahtlos miteinander kombiniert werden können.
Veränderungen der Kundenanforderungen
In dieser komplexeren Welt suchen die KundInnen immer weniger nicht nach reinen Dienstleistern, sondern vermehrt nach strategischen Partnern, die ihre Geschäftsmodelle verstehen und innovative, messbare Lösungen liefern. Dabei werden folgende Anforderungen immer wichtiger:- Ganzheitliche Betreuung: Von der Beratung über die Umsetzung bis hin zur kontinuierlichen Optimierung erwarten KundInnen eine 360-Grad-Betreuung. Kundinnen und Kunden schätzen eine Beratung, die sie umfassend begleitet, die geschäftlichen Herausforderungen des Kunden versteht und Ansätze, Ideen und Konzepte liefert, diese zu überwinden.
- Technologieberatung: KundInnen erwarten nicht nur Umsetzung, sondern auch strategische Beratung, welche Technologien am besten zu ihren Zielen passen. Agenturen können sich hier als kompetente Partner positionieren und frühzeitig in Projekte eingebunden werden.
- Schnelligkeit und Flexibilität: Die Technologie-Explosion erfordert es, Projekte in kürzester Zeit umzusetzen. Das klingt zunächst nach einer reinen Agentur-Anforderung. Tatsächlich muss jedoch nicht selten eine der ersten Agentur- und Beratungsleistung darin bestehen, das Unternehmen in die Lage zu versetzen, Projekte schnell und flexibel umsetzen zu können. Das Beispiel zeigt, welche fundamentale und strategische Aufgabe Agenturen modernen Zuschnitts zufällt.
- Messbare Ergebnisse: Gerade - aber nicht nur! - in wirtschaftlich fordernden Zeiten verlangen die KundInnen transparente KPIs und ROI-Analysen, um den Erfolg ihrer Investitionen zu belegen. Auch um dieser Anforderung gerecht zu werden, ist ein tiefes Verständnis des Geschäftsmodells notwendig.
- Ökologische und ethische Verantwortung: Nachhaltigkeit und die Einhaltung des Wertekodex ist häufig zu einem zentralen Kriterium bei der Auswahl von Agenturen geworden. Man sollte dieses Kriterium nicht unterschätzen. Viele Unternehmen sind schließlich zu entsprechendem Handeln verpflichtet - und es fällt viel leichter, dies bei seinen Dienstleistern einzufordern, als es selbst zu tun.
Strategien für Digitalagenturen: So bleiben sie konkurrenzfähig
Kunden erwarten zunehmend strategische Beratung und eine ganzheitliche Betreuung. Dabei steigen die Ansprüche an Geschwindigkeit, Präzision und Personalisierung der Lösungen. Zugleich steigt die Komplexität sowohl der vorhandenen Software-Infrastruktur, als auch des Lösungswegs. Deswegen sind folgende Fähigkeiten in Agenturen besonders gefragt:- Systemintegration: Die Fähigkeit, verschiedene Softwarelösungen miteinander zu verknüpfen und nahtlos in bestehende Systeme zu integrieren, wird zu einem zentralen Angebot.
- Datenmanagement und KI-Lösungen: Mit der zunehmenden Bedeutung von Daten (siehe iBusiness: Interaktiv-Trends 2025/2026: Was die KI vom Datenmanagement fordert) müssen Agenturen Lösungen anbieten, um Daten effizient zu sammeln, zu analysieren und zu nutzen. Datenschutz und Compliance sind dabei essenziell, um langfristig Vertrauen aufzubauen. KI-basierte Automatisierungstools eröffnen neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenerlebnisse.
- Schwerpunkt auf CX und Customer Journey: Kein anderes Thema wird von Marketern so vehement gefordert, wie ein gelungenes Customer Experience Management (CXM). CRM- und Unternehmensdaten, Marketing-Automation-Software sowie mächtige und schnelle KI-Tools erlauben eine Hyperpersonalisierung der Kundenansprache. Dieses Thema steht in den kommenden Jahren ganz oben auf der Marketing-Agenda.
- Nachhaltigkeit: Ökologische und soziale Verantwortung gewinnen an Bedeutung. Agenturen, die nachhaltige Technologien einsetzen und Prozesse entsprechend gestalten, können KundInnen bei der Erfüllung ihrer ESG-Ziele (Environmental, Social, Governance) unterstützen.
Gretchen-Frage: Spezialisierung vs. Generalisierung:
Bleibt die Frage, wie sich alle diese Anforderungen in einer Agentur vereinen lassen. Neben operativen Maßnahmen wie Weiterbildung, Schulung, exzellentem Recruiting und den nötigen Mitarbeiteranreizen steht häufig die Frage im Raum, wie die Agentur der Zukunft strategisch zugeschnitten sein muss. Wie viel Spezialisierung ist nötig, um schnell und effektiv zu sein? Wie viel Generalisierung braucht es, um die geforderte Rundum-Betreuung bieten zu können? Vermutlich gibt es keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage. Aber Vor- und Nachteile jeder Lösung.- Vorteile der Spezialisierung: Agenturen, die sich auf eine bestimmte Nische konzentrieren - zum Beispiel E-Commerce oder UX-Design -, können sich als Experten positionieren und gezielt Kundinnen und Kunden mit spezifischen Anforderungen ansprechen. Sie profitieren von tiefem Fachwissen und können in ihrem Bereich Marktführer werden.
- Die Gefahr der Überfokussierung: Eine zu enge Spezialisierung kann allerdings riskant sein, da sie Agenturen unflexibel gegenüber Marktveränderungen macht. Außerdem droht der strategische Blick verloren zu gehen, wenn die Agentur-Experten Herausforderungen lediglich aus einer schmalen Perspektive betrachten.
- Hybrid-Ansatz: Ein Mix aus Spezialisierung und breitem Know-how in verwandten Bereichen ermöglicht es Agenturen, flexibel und zukunftssicher zu agieren. Erfolgreiche Beispiele sind Agenturen, die sowohl tiefgehendes Wissen in Bereichen wie Datenanalyse als auch ein breites Spektrum an Design- und Umsetzungsdienstleistungen anbieten.
- Kooperationen und Partnernetzwerke: Keine Agentur kann alle Technologien und Tools im Detail beherrschen. Kooperationen mit spezialisierten Partnern, beispielsweise Technologieanbietern, Entwicklern oder Beratern, ermöglichen es Agenturen, ihren KundInnen ein breites Leistungsspektrum anzubieten, ohne eigene Ressourcen übermäßig zu belasten.
