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Cyber-Attacken: Acht von zehn Unternehmen klagen über inkompetente Mitarbeiter
27.07.2016 Die Mehrheit der deutschen IT-Entscheider (83 Prozent) sieht einen Fachkräftemangel im Bereich IT-Sicherheit. Dies ergab der heute erschienene Report Hacking the Skills Shortage von Intel Security in Zusammenarbeit mit dem Center for Strategic and International Studies (CSIS)
2015 waren allein in den USA 209,000 Arbeitsplätze im Bereich Cybersecurity unbesetzt. Obwohl 32 Prozent der deutschen Befragten bejahten, dass ihre Unternehmen urheberrechtlich geschützte Daten als Folge fehlender Sicherheitskenntnisse verloren habe, gibt es keine Anzeichen, dass dieser Mangel in der näheren Zukunft nachlassen wird. Die Befragten schätzten, dass durchschnittlich 15 Prozent der Stellen im Bereich IT-Sicherheit in ihrer Firma bis zum Jahr 2020 unbesetzt sein werden.
Der Report deckt vier Dimensionen des Fachkräftemangels in der IT-Sicherheitsbranche auf:
- Ausgaben für IT-Sicherheit:
Die Größe und das Wachstum der Budgets zeigt, wie wichtig für Staaten und Unternehmen die IT-Sicherheit ist. Wie zu erwarten ist, kommen die Organisationen, die mehr für IT-Sicherheit ausgeben, besser mit dem Fachkräftemangel zurecht. 76 Prozent der deutschen Befragten zufolge hat dieser Mangel bereits zu messbaren Beeinträchtigungen der Sicherheitsnetzwerke in ihrem Unternehmen geführt. - Bildung und Ausbildung:
33 Prozent der deutschen Befragten sind der Meinung, dass Studien- und Ausbildungsprogramme die angehenden IT-Sicherheitsprofis umfassend auf die tatsächliche Arbeit vorbereiten - damit sind sie im internationalen Vergleich am zufriedensten mit der universitären und beruflichen Ausbildung. Weltweit sind nur 23 Prozent der Befragten mit der Ausbildung zufrieden. Der Report zeigt, dass vor allem praktische und ungewöhnliche Lehransätze wie Praktika, Hackathons und spielerische Lernprogramme eine effektive Lösung darstellen, Cyber-Security-Fähigkeiten zu fördern. 43 Prozent der deutschen Befragten glauben zudem, dass der Fachkräftemangel im Bereich der IT-Sicherheit ausgeprägter ist als in anderen Bereichen der IT und kontinuierliche Aus- und Weiterbildung vonnöten sind. - Arbeitgeberattraktivität:
Das Gehalt ist - wenig überraschend - der Motivationsfaktor Nummer eins, wenn es um die Rekrutierung von Fachkräften geht. Aber auch andere Anreize sind wichtig, um Talente anzulocken, beispielsweise Weiterbildung, Aufstiegsmöglichkeiten und der Ruf der IT-Abteilung des Unternehmens. Rund die Hälfte der Befragten nennen fehlende Aufstiegschancen und fehlende Qualifikationsmaßnahmen als Hauptgrund für den Weggang von Talenten. - Politische Verantwortung:
Ganze 84 Prozent der deutschen Befragten sagen, dass die Regierung nicht genug in die Ausbildung von IT-Sicherheitsfachkräften investiert. Nur fünf Prozent sind mit den Investitionen der Regierung zufrieden.
Vor diesem Hintergrund gibt es Empfehlungen für den Kampf gegen den Fachkräftemangel:
- Die Anforderungen an die Ausbildung von Berufseinsteigern in der IT-Security neu definieren; dabei auch ungewöhnliche Ausbildungswege akzeptieren
- Die Cyber-Security-Branche diversifizieren
- Mehr externe Weiterbildungsmaßnahmen anbieten
- Intelligente Technologien zur Automatisierung von IT-Sicherheit einsetzen
- Angriffsdaten sammeln und damit bessere Maßstäbe zur Identifizierung von Bedrohungen entwickeln

