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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
KI-Assistenten werden zur zweitwichtigsten Informationsquelle
10.07.2026 39 Prozent der deutschen Online-Nutzer haben innerhalb eines Monats KI-Assistenten für die Informationssuche eingesetzt. Für Marketingverantwortliche wächst damit der Druck, Inhalte für KI-generierte Antworten auffindbar und zitierfähig zu machen.
Die Ergebnisse stammen aus dem Report "Searching for answers: How AI is changing online discovery in 2026 ". Für Unternehmen und Agenturen zeigen sie, dass sich die Customer Journey zunehmend auf mehrere Recherchekanäle verteilt. Marken müssen ihre Informationen daher so aufbereiten, dass sie sowohl in klassischen Suchergebnissen als auch in zusammenfassenden Antworten von KI-Systemen erscheinen können.
Generation Z recherchiert über mehrere Kanäle
Besonders weit fortgeschritten ist die Entwicklung bei der Generation Z. In dieser Altersgruppe verwenden 49 Prozent KI-Assistenten zur Informationssuche. Social-Media-Plattformen erreichen 45 Prozent, Video-Plattformen 42 Prozent. Suchmaschinen bleiben auch bei jungen NutzerInnen führend, werden aber durch ein breiteres Spektrum an Informationsquellen ergänzt.31 Prozent aller deutschen Online-Nutzer starten laut Studie mindestens einmal täglich eine neue Anfrage mit einem KI-Assistenten. In der Generation Z liegt der Anteil bei 56 Prozent, unter Millennials bei 42 Prozent. Von den bereits aktiven KI-NutzerInnen geben 63 Prozent an, die Assistenten heute häufiger einzusetzen als im Vorjahr.
Am häufigsten lassen sich KI-NutzerInnen direkte Antworten auf Fragen erstellen. Diesen Anwendungsfall nennen 64 Prozent. 37 Prozent verwenden die Systeme, um Web-Inhalte zusammenzufassen, 32 Prozent überprüfen damit Informationen und 26 Prozent vergleichen verschiedene Optionen.
Quellenangaben sollen Vertrauen schaffen
Die wachsende Nutzung geht bislang nicht mit entsprechend hohem Vertrauen einher. Nur 36 Prozent aller Online-NutzerInnen vertrauen Informationen von KI-Assistenten. Bei Navigations-Apps liegt der Wert bei 76 Prozent, bei Suchmaschinen bei 72 Prozent.Als vertrauensbildende Maßnahmen wünschen sich KI-NutzerInnen vor allem nachvollziehbare Erklärungen zur Entstehung einer Antwort. 16 Prozent nennen diesen Punkt. 15 Prozent erwarten eindeutige Links oder Quellenangaben, zwölf Prozent bevorzugen Antworten, die auf offiziellen Quellen beruhen.
Für Marketingverantwortliche erhöht dies die Bedeutung klarer AutorInnenschaft, überprüfbarer Fakten und eindeutig gekennzeichneter Originalquellen. Unternehmenswebseiten sollten zentrale Informationen verständlich formulieren und mit belastbaren Belegen versehen. Gleichzeitig gewinnen Erwähnungen in unabhängigen Medien und anderen vertrauenswürdigen Quellen an Bedeutung.
Justus Riemann, Senior Business Development Manager bei YouGov, sieht KI-Assistenten als Bruch mit dem bisherigen Suchprinzip. "Die klassische Suchanfrage bleibt eine der vertrautesten Schnittstellen des Internets. Der Austausch ist einfach: Nutzer geben eine Suchanfrage ein, die Suchmaschinen liefern Links und die Nutzer entscheiden schließlich, welchen Quellen sie vertrauen. KI-Assistenten stellen dieses Muster in Frage, indem sie direkte Antworten, Zusammenfassungen und Vergleiche bieten - nicht nur eine Liste von Links."
