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ECommerce-Prognose 2030: Webgeschäft mit Elektronikhandel schwächelt
08.12.2023 Trotz der aktuell schwachen ECommerce-Umsätze gehört der Onlinehandel mit Consumer Electronics längst zu einer Verdrängungsbranche. Zu den Nischensegmenten hingegen zählt das Webgeschäft mit Computern.
Während in Coronazeiten die Online-Bestellungen und damit die Umsätze durch die Decke gingen, ist inzwischen der Boom im E-Commerce abgeflaut. Die Wachstumsraten bröckeln - und auch das wichtige Weihnachtsgeschäft dürfte 2023 für viele Unternehmen schwierig werden. So konnte der deutsche E-Commerce 2022 nicht an die hohen Vorjahresumsätze anknüpfen. Nominal, also ohne Inflationsbereinigung, fiel der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce im Gesamtjahr 2022 um 8,8 Prozent auf 90,4 Milliarden Euro nach 99,1 Milliarden Euro im Vorjahr.
Und die Aussichten sind auch für das laufende Jahr weiter stark gedämpft. So hinterlässt die schwache Konsumstimmung deutliche Spuren im deutschen Onlinehandel. Gegenüber dem Vergleichsquartal 2022 sanken die Online-Umsätze mit Waren von Anfang Juli bis Ende September 2023 branchenweit um 13,9 Prozent auf 17,05 Milliarden Euro. Damit liegen sie im dritten Quartal nominal sogar unter dem Niveau des Vergleichszeitraums im Jahr 2019. Auf den bisherigen Jahresverlauf gesehen, gibt es weiterhin keine Abkehr vom bisherigen Negativtrend: Die bis Ende September aufgelaufenen Umsätze (Q1 bis Q3) liegen 13,7 Prozent unter dem Vergleichswert von 2022. Das geht aus den aktuellen Quartalszahlen des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) hervor.
Der Onlinehandel schrumpfte demnach in allen Warenclustern. Die stärksten Rückgang verzeichnet der Cluster Unterhaltung (- 18,9 Prozent).
"Es gibt im Markt so gut wie keine Signale, die auf eine Verbesserung der Lage hinweisen", resümiert Martin Groß-Albenhausen , Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh. Erwartungen, dass der Markt bald zum Wachstum zurückkehre, sieht der bevh entsprechend gedämpft: "Aus Verbrauchersicht hat sich in den vergangenen Monaten nichts fundamental verbessert: Die Ausgabenbelastung der Privathaushalte bleibt hoch, die Gesamtwirtschaft steuert in eine Rezession. Davon kann sich der Onlinehandel nicht abkoppeln".
Laut dem Branchenverband Bitkom schrumpfte bereits vor der Corona-Pandemie der Markt für Consumer Technology. In der Pandemie erhielt er dann einen Schub, weil weniger Geld für Urlaube und Freizeitaktivitäten ausgegeben, dafür mehr Zeit zu Hause verbracht wurde. Das schlug sich in vermehrten Käufen von Consumer Technology nieder. Für den aktuellen Markt der Consumer Technology bedeutet das, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten nach dem Corona-Boom mit Geräten versorgt sind. Hinzu kommen Unsicherheiten rund um den Krieg in der Ukraine und hohe Inflation.
Entwicklung des Warensegments Consumer Electronics (UE & TK-Geräte)
Seit Jahren ist klar: Im Warensegment Unterhaltungselektronik und Telekommunikations-Endgeräte findet eine Verdrängung des Offlinehandels durch den Onlinehandel statt. Als Verdrängungsbranche definiert iBusiness die Branchen, bei denen mindestens 50 Prozent des Branchenumsatzes ins Web abwandern.In den vergangenen Jahren sind die ECommerce-Umsätze in der Warengruppe Consumer Electronics so stark gewachsen, dass der Onlineanteil am Gesamtmarkt längst bedeutend mehr als die Hälfte ausmacht. Allerdings sind im vergangenen Jahr auch in diesem Warensegment die Onlinehandelsumsätze eingebrochen, und zwar um 12,5 Prozent gegenüber 2021.
Der online erwirtschaftete Umsatz mit Consumer Electronics liegt dem BEVH zufolge im Jahr 2022 bei knapp 14,4 Milliarden Euro. Das sind gut zwei Milliarden weniger als im Vorjahr (2021: 16,44 Milliarden Euro). Und die Aussichten für dieses Segment sind aktuell alles andere als rosig: So liegen die bis Ende September 2023 aufgelaufenen ECommerce-Umsätze (Q1 bis Q3) 19 Prozent unter dem Vergleichswert von 2022. Das heißt, diese Warengruppe hat gemeinsam mit Schmuck (-20,3 Prozent) und Büchern (-21,6 Prozent) die stärksten Rückgänge zu verzeichnen.
Gemessen am Gesamtumsatz der Branche Consumer Electronics, den der Bitkom für das Jahr 2022 auf 20,6 Milliarden Euro (+0,5 Prozent) beziffert, fällt der Anteil des Onlinehandels auf 70 Prozent. Trotz der aktuellen Wachstumsdelle geht iBusiness davon aus, dass sich das Segment erholen und seinen Anteil in den kommenden Jahren ausbauen wird. In diesem Warensegment liegt das Wachstum im E-Commerce künftig jedoch nur noch im einstelligen Prozent-Bereich. Treiber des Onlinemarkts für Consumer Electronics sind nach wie vor (mobile) Telekommunikationsgeräte. Dennoch ist hier insgesamt eine Sättigung nahe.
Der stark technikgetriebene Markt bleibt in den kommenden Jahren insgesamt dennoch spannend für den Onlinehandel. Treiber sind nach wie vor die teils sehr preisintensiven Geräte aus dem Bereich Telekommunikation, die weiter für gute Umsätze sorgen. Dazu gehören Smartphones, Tablets und Wearables wie Smartwatches und Fitnesstracker. Mobile, smarte Endgeräte, aber auch vernetzbare Geräte aus dem Bereich Internet der Dinge, werden das Warensegment weiterhin pushen.
Laut Prognose des Bitkom für 2023 stößt der Gesamtmarkt für Consumer Electronics an seine Wachstumsgrenze. Verantwortlich dafür sind maßgeblich der starke Preisverfall sowie sinkende Absatzzahlen bei klassischer Unterhaltungselektronik wie beispielsweise TV-Geräten. Es ist hauptsächlich der Teilmarkt für Unterhaltungselektronik, der stark unter Druck steht und negative Wachstumsraten verbucht.
Entwicklung Warensegment Computer und Zubehör
Stark rückläufig, zumindest online, sind auch die Umsätze im Warenbereich Computer und Zubehör. Der Gesamtmarkt war 2022 laut Branchenverband Bitkom 37,7 Milliarden Euro schwer. Auf den Internethandel entfielen dabei 7,3 Milliarden Euro Umsatz, so die Daten des BEVH. Das entspricht einem Minus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der Gesamtmarkt um 8,6 Prozent gewachsen ist. Damit liegt der ECommerce-Anteil am Markt für Computer und Zubehör aktuell bei 19,3 Prozent.Auch wenn der Internethandel mit Computern und Zubehör 2022 ein Minus verbuchte: Dennoch zogen in den Vorjahren hier die ECommerce-Umsätze kontinuierlich an. Daher erwarten wir bis 2030 einen Marktanteil um die 25 Prozent. Der Anteil am Gesamtmarkt bleibt vergleichsweise niedrig, weil vielen KundInnen Beratung und persönlicher Support nach wie vor wichtig sind. Außerdem werden immer mehr mobile Endgeräte verkauft, die damit in die Warengruppe Telekommunikations-Endgeräte abwandern.
