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Souveränität

KI-Abhängigkeit wächst: Nur jedes zweite Unternehmen hat Exit-Strategie

20.04.2026 Deutsche Unternehmen treiben KI voran, verlieren dabei aber zunehmend die Kontrolle. Eine Studie zeigt: Abhängigkeiten von großen Anbietern steigen, während Governance und Transparenz hinterherhinken. Besonders Open Source rückt als Ausweg in den Fokus.

 (Bild: Grollmann / ChatGPT)
Bild: Grollmann / ChatGPT
Nur 57 Prozent der deutschen Unternehmen verfügen über eine Exit-Strategie für den Fall, dass ihr KI-Anbieter den Zugang einschränkt, während 37 Prozent einen Anbieterwechsel als geschäftskritisch einschätzen, teilt das Open Source-Unternehmen Red Hat   mit.

Die Studie unter IT-EntscheiderInnen zeigt eine wachsende Diskrepanz zwischen KI-Nutzung und Kontrolle: Zwar ist künstliche Intelligenz breit im Einsatz, doch viele Unternehmen sind operativ stark von einzelnen Plattformen abhängig. Gleichzeitig gewinnt das Thema KI-Souveränität strategisch an Bedeutung.

Schwache Governance trotz wachsender KI-Nutzung

Besonders deutlich wird der Nachholbedarf bei der Steuerung sogenannter Agentic-AI-Systeme: Nur 30 Prozent der Unternehmen verfügen über ausgereifte Governance-Strukturen. Weitere 29 Prozent arbeiten mit lückenhaften Regelwerken, während 27 Prozent lediglich grundlegende Richtlinien etabliert haben.

Parallel dazu fehlt vielen Unternehmen die nötige Transparenz über ihre Daten: Nur 51 Prozent wissen genau, wo Daten gespeichert und verarbeitet werden. 46 Prozent haben hier nur teilweise Einblick. "KI ist in den Unternehmen angekommen, aber Kontrolle und Steuerbarkeit halten nicht im gleichen Tempo Schritt", sagt Gregor von Jagow , Senior Director & Country Manager Deutschland bei Red Hat.

Open Source als strategischer Hebel

Um Abhängigkeiten zu reduzieren, setzen viele Unternehmen auf offene Technologien: 69 Prozent sehen in Open Source den entscheidenden Hebel für mehr Kontrolle und Flexibilität. Auch für regulatorische Anforderungen gewinnt der Ansatz an Bedeutung. 72 Prozent der Befragten sprechen sich zudem dafür aus, dass der Gesetzgeber Open-Source-Prinzipien verbindlich verankert, um Transparenz und Prüfbarkeit von KI-Systemen sicherzustellen.

Für die Studie hat Red Hat jeweils 100 IT-Entscheider aus Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien und den Niederlanden befragt.
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