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Commerce und Hypes

Hype-Produkte: Händlern bleiben oft nur wenige Monate

18.09.2026 Virale Produkte erreichen enorme Nachfragen - doch das Zeitfenster ist mitunter überraschend klein, zeigt eine Analyse vergangener Spielzeugtrends zeigt. Meist dauert der Hype nur zwei Monate.

 (Bild: ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
Auffällig: Produkte mit Community, Varianten und Sammelcharakter halten deutlich länger durch. In der Regel müssen HändlerInnen schnell reagieren: Beim Fidget Spinner dauerte die Hochphase gerade einmal zwei Monate, bei Pop-Its und Labubu jeweils rund fünf Monate, zeigt eine Analyse des Onlinehändlers Galaxus  . Anlass der Auswertung ist der aktuelle Boom der sogenannten Squishy Dumplings, die Galaxus seit Mai 2026 in hohen Stückzahlen verkauft.

Die Unterschiede zwischen vergangenen Trendprodukten sind erheblich. Beim Fidget Spinner schoss die Nachfrage im Mai 2017 nach oben, bereits im Juni wurde der Höhepunkt überschritten. Nach den Sommerferien war der Boom praktisch beendet. Pop-Its hielten sich 2021 etwa fünf Monate auf Hype-Niveau. Auch die Nachfrage nach den Sammelfiguren Labubu erreichte im August 2025 ihren Höhepunkt, hielt sich durch das Weihnachtsgeschäft und brach danach innerhalb weniger Wochen ein.

Was einen Hype verlängert

Deutlich länger können sich Produkte halten, wenn hinter ihnen mehr als ein einzelner viraler Effekt steht. Beyblade kam in der Galaxus-Auswertung auf eine rund neunmonatige Hochphase. Die Squishmallows hielten sich rund elf Monate. Gemeinsam ist solchen Produkten, dass Varianten, neue Modelle, Sammelmechaniken oder zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für wiederkehrende Nachfrage sorgen können.

"Ein Trend überlebt, wenn er ein System hat", sagt Daniela Sanzoni , die bei Galaxus für diesen Teil des Spielwarensortiments verantwortlich ist. Entscheidend seien Serien, Varianten, eine Community und im Idealfall Erwachsene, die ebenfalls sammeln. Ein einzelnes Produkt ohne Nachschub verliere dagegen nach dem ersten Auspacken schnell seinen Reiz. Auch Weihnachten kann einen bestehenden Boom verlängern. Bei Labubu hielt die Nachfrage bis Dezember, bevor sie nach den Feiertagen stark zurückging. Bei Beyblade fiel der Höhepunkt sogar in den Dezember. Für HändlerInnen kann das Weihnachtsgeschäft damit eine letzte große Verkaufswelle bringen - zugleich steigt das Risiko, nach dem Fest auf hohen Restbeständen zu sitzen.
(Grafik: Galaxus)

So können HändlerInnen kurze Hypes nutzen

Aus den unterschiedlichen Lebenszyklen lassen sich einige Regeln für den Umgang mit Trendprodukten ableiten. HändlerInnen sollten Hype-Artikel möglichst schnell listen, zunächst aber eher mit kurzen Beschaffungszyklen und überschaubaren Beständen arbeiten. Je kürzer der beobachtbare Trend bislang läuft, desto riskanter sind langfristige Einkaufsverpflichtungen.

Gleichzeitig lohnt sich der Blick darauf, warum ein Produkt gekauft wird. Varianten, Sammelcharakter, Überraschungseffekte, Zubehör oder Verbrauchsartikel erhöhen die Chance auf Folgekäufe. Ein Produkt, dessen Attraktivität dagegen fast ausschließlich aus einem viralen Social-Media-Moment entsteht, kann wesentlich schneller wieder verschwinden. Marketingbudgets sollten entsprechend flexibel eingesetzt werden: Solange Suchvolumen, Social-Media-Aufmerksamkeit und Abverkauf gleichzeitig steigen, lässt sich zusätzliche Nachfrage abschöpfen. Dreht die Entwicklung, sollten HändlerInnen Kampagnen und Nachbestellungen schnell zurückfahren. Gerade bei Hype-Produkten kann die Geschwindigkeit der Bestandssteuerung wichtiger sein als die maximale Marge auf jedem einzelnen Artikel.

Der aktuelle Squishy-Dumpling-Trend könnte nach Einschätzung von Sanzoni noch vom Weihnachtsgeschäft profitieren. Danach rechnet sie mit einem deutlichen Rückgang: "Ich rechne damit, dass unter dem Weihnachtsbaum noch einmal viele Dumplings liegen. Danach ist der Trend wahrscheinlich vorbei."
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