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Corona-App: Die programmatische Quarantäne
24.04.2020 Die Einführung einer Tracking-App, um Corona-Infizierungen nachzuvollziehen, ist sinnvoll. Vor allem, wenn man vermeiden will, dass wir in 14 Tagen eine Rollback ins Lockdown bekommen.
Die Tracking-App, die aktuell in der Diskussion ist, hätte den Vorteil, dass man (eine breite Installierung vorausgesetzt) eben keinen flächendeckenden Lockdown benötigt, um Ansteckung zu unterbinden, sondern sich auf diejenigen beschränken kann, die sich mit COVID19 angesteckt haben. Und auf diejenigen, die mit diesen in Berührung gekommen sind. Das ist der Vorteil datengestützter Systeme: Man kann quasi programmatisch vorgehen - und sich Einschränkungen für die 90 Prozent sparen, die die Infektion gerade nichts angeht.
Aber Deutschland wäre ja nicht Deutschland, wenn man zuvor nicht eine Grundsatzdiskussion führen würde, weil die fertige App nur 90 Prozent von dem kann, was sie vielleicht können könnte. Geschweige denn die 125 Prozent, die der deutsche Datenschutz und die Verbände organisierten Bedenkentragens für zwingend erforderlich halten. Ich muss gestehen: Bevor ich meine Gesundheitsdaten US-Konzernen Google und Apple in den Rachen werfe, die sie sicher besonders gut verwenden können, gebe ich sie lieber dem RKI jund von mir aus auch dem deutschen Staat.
