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Mobile World Congress: Telcos wollen Inhalte statt Daten bieten
27.02.2018 Telekommunikationsunternehmen versuchen weltweit der Rolle des reinen Datenübertragungs-Anbieters zu entkommen. Inhalte und Services sollen den strategischen Stellenwert der Branche sichern. Doch beim Strategiewechsel müssen die Unternehmen große Widerstände überwinden.
So wollen 55 Prozent der Befragten ihre Geschäftsmodelle hin zur Rolle des digitalen Navigators entwickeln, der neben einem Premiumnetz auch Höchstqualität für digitale Services und Inhalte anbietet. Doch in der Umsetzung kämpfen sie mit Silostrukturen und Ineffizienz bei der Nutzung von Echtzeitdaten. Auffallend ist der Studie zufolge, dass Produktmanagement und ihre Kundeninteraktionen dagegen noch nicht auf die neue Strategie ausgerichtet sind.
Service und Inhalte statt reiner Datenübertragung
Der "digitale Navigator" steht für ein Premiumnetz und exzellente Qualität bei digitalen Services und Inhalten, die über Dritte bereitgestellt werden. Weitere 32 Prozent zielen auf die Position des "Premium Players" für Kunden, die bereit sind, einen hohen Preis für nahtlose und integrierte Netzanbindung zu bezahlen. Neun Prozent verstehen sich als "Datenanbieter", was für qualitätsvolle Netzverbindungen zu sehr niedrigen Preisen steht. Nur vier Prozent der Befragten sehen ihr Unternehmen als reine Netzanbieter.Die nächsten fünf Jahre werden nach Ansicht der befragten Vorstände entscheidende Marktveränderungen mit sich bringen. Umsatzquellen wie digitale Services, TV- und Finanzdienstleistungen sind in ihren Augen die Umsatzquellen der Zukunft, Netzverbindungen und Hardware werden dagegen einen Rückgang erleben.
Entscheidende Marktveränderungen
Im Schnitt gehen sie davon aus, dass reine Netzverbindungen, die heute 71 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, auf einen Umsatzanteil von 59 Prozent sinken werden. Der Umsatzbeitrag mit digitalen Services werde dagegen von heute lediglich sieben Prozent Umsatzanteil auf 14 Prozent steigen, TV von neun auf 13 Prozent. Für den Umsatz mit Hardware wird zugleich ein Rückgang vorhergesagt (von elf auf neun Prozent Anteil am Gesamtumsatz). Dennoch sei ein weiteres Angebot an Hardware und Netzverbindungen unerlässlich, um die Positionierung der Telekommunikationsunternehmen den Märkten von Smart Home, Unterhaltung und Sicherheit zu festigen.Die befragten Telekommunikationsunternehmen sehen es zur Erreichung ihrer strategischen Ziele als notwendig, an, ihre Geschäftsmodelle umzubauen. Beim Produktmanagement sei ihre Top-Priorität, die Kundendaten besser zu nutzen. Obwohl sie eine umfassende Datenlage über ihre Kunden haben, scheitern die meisten doch daran, sie effektiv zu nutzen. Die befragten CMOs und COOs sehen darüber hinaus auch die Notwendigkeit, ihre Tarifstrukturen zu vereinfachen, Handset- und Service-Verträge zu entflechten und sie für Kunden flexibler zu machen. Konsens herrscht auch bei mobilen Apps, die zum wichtigsten Kundenservice-Kanal geworden sind, doch sukzessive durch Sprachdialogsysteme mit künstlicher Intelligenz ersetzt werden.
