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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
KI für Gemeinwohl: Forschungsprojekt stärkt Gründerinnen
23.08.2023 Mit dem Einsatz von KI will die Hochschule Heilbronn Fairness und Resilienz für Gründerinnen erhöhen. In einer Art Rollenspiel können Entrepreneure und Wegbereiter ihre Rollen trainieren und reflektieren.
In dem Vorhaben wird eine KI-gestützte Anwendung entwickelt, die Gründerinnen dabei unterstützt, Resilienz im Umgang mit diskriminierenden Erfahrungen aufzubauen. In einer Visual Novel, also Geschichte, in der die NutzerInnen selbst mitwirken, werden schwierige Gesprächssituationen in der Gründungsphase generiert und können interaktiv hin zu mehr Fairness gestaltet werden. SpielerInnen erkennen dabei Ausgrenzungsmuster, teilen Erfahrungen und entwickeln neue Herangehensweisen.
"Die Anwendung ist als Spiel konzipiert", erläutert Tim Reichert , Professor für Games Engineering an der Hochschule und Co-Projektleiter von KITE II. "Wir generieren Welten, in denen die potenziellen Gründerinnen mit Situationen konfrontiert werden, die speziell für sie geschaffen sind. Allerdings nutzen wir KI nicht nur, um das Spiel zu generieren. Die KI wird auch eingesetzt, um Diskriminierungen aufzuspüren." So entstehen virtuelle Rollenspiele, in denen die Nutzerinnen verschiedene Strategien verfolgen und neues Verhalten ausprobieren können. Dadurch wird das Spiel zum Werkzeug zur Bewältigung realer Herausforderungen.
Eine dieser Trainingsübungen ist das Gespräch zwischen einer Gründerin und einem Bankmitarbeiter. Auf diesem Erkennungsprozess, folgt daraufhin das Verhaltenstraining, das den Frauen aufzeigt, welches andere Verhalten möglich gewesen wäre. "Im echten Leben wird den Frauen häufig erst später klar, dass es sich um Diskriminierung gehandelt hat. Und oft kann eine einzelne Person nicht wissen, ob es sich um stereotype Zuschreibungen auf Basis ihres Geschlechts oder um eine individuelle Reaktion auf sie als Person handelt", führt Marsden aus. "Das Austesten verschiedener Verhaltensweisen auf diskriminierende Aussagen kann Spielerinnen helfen, widerstandsfähiger zu werden und die Kontrolle über die Situation zu übernehmen."
Und auch die WegbereiterInnen und BegleiterInnen der Gründerinnen können lernen. Basierend auf der Forschung zu impliziten Verzerrungen der Wahrnehmung erfolgt diskriminierendes Verhalten, zum Beispiel beim Bankberater, bei der Notarin oder beim Investor nicht absichtlich. Und wird es erkannt, kann es unterbrochen werden. Alle am Gründungsprozess Beteiligten können so mit KITE II das eigene Verhalten reflektieren und Diskriminierung unterbinden.
