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B2B-Handel

Nachholbedarf: Industrielle Beschaffungsprozesse bisher ­kaum digitalisiert

08.03.2024 Neue Technologien, Dienstleistungen und Systeme drängen in die Handelslandschaft und verändern die industrielle Beschaffung. Auch wenn der persönliche Kontakt im B2B-Beschaffungsprozess über alle Kaufphasen hinweg an erster Stelle steht, holt der Onlinekanal auf.

 (Bild: Gerd Altmann/Pixabay)
Bild: Gerd Altmann/Pixabay
Rund 80 Prozent der befragten Herstellerunternehmen gehen davon aus, dass die deutsche Industrie in naher Zukunft mehr über Onlinekanäle einkaufen wird. Entsprechend planen sechs von zehn Unternehmen trotz anhaltender Herausforderungen wie Preissteigerungen und Fachkräftemangel, im nächsten Jahr mehr in die Digitalisierung ihrer internen Prozesse in der Beschaffung zu investieren als bisher. Das zeigen die Ergebnisse der dreiteiligen Studienreihe "Von Katalogen zu Klicks: Neue Wege in der industriellen Beschaffung"   des ECC KÖLN   in Zusammenarbeit mit der Digitalagentur dotSource   , für die 308 Mitarbeitende aus Herstellerunternehmen in Deutschland befragt wurden. Insgesamt wird das Digitalisierungspotenzial im Einkauf als sehr hoch bewertet: 84 Prozent sind davon überzeugt, dass sich das gesamte Tagesgeschäft digitalisieren ließe.

"In der Umsetzung gibt es allerdings noch Nachholbedarf: Zwar sind einzelne Prozesse wie die Digitalisierung der Lieferpapiere oder die digitale Bestands- und Kostenkontrolle bei einigen Unternehmen bereits umgesetzt, eine durchgängige digitale Erfassung und Durchführung der Beschaffungsprozesse ist jedoch noch nicht erkennbar. Erschwerend kommt hinzu, dass knapp die Hälfte der Befragten über generelle Unklarheiten bei den Beschaffungsprozessen klagt," kommentiert Christian Otto Grötsch , Gründer und Vorsitzender des Verwaltungsrats der DotSource SE, die Studie.

(Grafik: EHI/ dotSource)


Digitale Services in Kundenportalen: Angebot und Anforderungen gehen auseinander

Fest steht: Mit der wachsenden Relevanz des Onlinehandels in der industriellen Beschaffung steigt auch die Erwartung an die digitalen Kanäle entlang der Customer Journey. Anbieter können insbesondere mit einem vielfältigen Zahlungsangebot (72 Prozent) und detaillierten Informationen zu Verfügbarkeiten (68 Prozent) punkten. Außerdem wird ein Kundenportal in diesem Kontext als besonders relevant eingestuft, sowohl auf Unternehmens- (78 Prozent) als auch auf Beschafferseite (79 Prozent).

KI in der Beschaffung relevant

Mehr als jeder zweite Befragte (55 Prozent) findet den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Beschaffung interessant, insbesondere wenn dadurch Prozesse optimiert und Mitarbeitende entlastet werden. Zu den Top 3 der Einsatzmöglichkeiten von KI gehört für die Befragten die automatische Verbuchung von Zahlungseingängen (80 Prozent), das Stammdatenmanagement (78 Prozent) sowie die digitale Belegerkennung (76 Prozent).
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