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Interaktiv-Trends 2025/2026: KI-Kompetenzen, mit denen Agenturen bei Kunden punkten
20.12.2024 Die virtuelle Agentur ist eine Fantasie. Real ist das Kundenbedürfnis nach Dienstleistern, die Marken sinnvolle Anwendungen zeigen, Prozesse aufsetzen und Strategien entwickeln können.
Mit der Dämmerung der KI-Ära zeigt sich einmal mehr, dass Entwicklungen im Online-Marketing zunehmend technologiegetrieben und datenbasiert sind. Da kommt das Alltagsgeschäft nicht immer mit: So setzen laut einer Umfrage zwar zwei Drittel der Antwortenden KI schon ein, aber die Hälfte gibt an, unsicher zu sein, was man nun mit dem neuen Werkzeug anfangen soll.
Was Agenturen ihren Kundinnen und Kunden anbieten müssen
Nach wie vor ist es schwer zu sagen, auf welcher Stelle KI künftig im Marketing-Orchester mitspielen wird. So wie sich einige der angeblichen großen Trends der letzten Jahre als enorme Rohrkrepierer erwiesen haben (BeReal , wir sehen Dich an), so setzt bei lernenden Algorithmen auch eine gewisse Ernüchterung ein. Das bedeutet aber umso mehr, dass Agenturen ihren KundInnen mit Kompetenz zur Seite stehen müssen, statt KI als allgemeingültigen Problemlöser anzupreisen. Mit einigen pragmatischen Hinweisen zu Prozessen und Strategien können die Dienstleister punkten.- Expertise zur Vorarbeit Rechtlich und ethisch ist jede KI, die sich auf obskure Daten und Trainings stützt, ähnlich dubios wie Programmatic-Kampagnen, bei denen niemand weiß, in welchen düsteren Umfeldern die Ads landen. Agenturen können den KundInnen helfen, First-Party-Daten zu akkumulieren und zu analysieren (ein häufig unterschätztes Anwendungsfeld für KI), präzise und ohne überflüssigen Datenmüll.
- Ökologische und ökonomische Datenstrategien Datenmüll fällt schneller an als Plastikabfall - das ist zum einen ärgerlich für die Marken, die schnell unter Informationshaufen begraben sind. Es ist zudem in einer Ära des gestiegenen ökologischen Bewusstseins auch mies für das Brandbuilding: Rechenzentren und Daten-Netzwerke produzieren satte vier Prozent des globalen CO2-Austsoßes. Irgendwann wird dieses kaum beachtete Randthema auch stärker in die Diskussion einfließen.
- Mensch und Emotion erhalten Über dem Technikrausch gerät schnell aus dem Fokus, wieso Menschen Bindungen zu etwas aufbauen - auch zu Marken. Mit dem Aufstieg der KI wird das Menschliche zur Besonderheit. Sollten sich Avatare als Moderatoren und Referenten in Live-Webinaren etablieren, dann wird das von einem Menschen gehaltene Webinar zur Besonderheit. Um sich von der Masse abzuheben, sind nun mehr denn je persönliche Kundeninteraktionen wichtig, aktives Community Management hilft, direkte und authentische Kundenbindung aufzubauen oder Feedback zu generieren. Branchenkenner warnen auch davor, dass Markeninhalte in einem Einheitsbrei standardisierter KI-Produkte untergehen könnten.
- Investitionsstrategien ohne Show KundInnen freuen sich, dass die Kreation von der GenAI kommt oder die niedrigschwelligen, ermüdenden Arbeiten vom Algorithmus. Das ist bequem und sieht auf der Webseite gut aus, doch manchmal sind andere, weniger aufsehenerregende Investitionen die besseren: etwa in Daten-Plattformen oder in analytische KI.
- Expertise bei personalisierten Tools und Prompting-Datenbanken Eine KI entfaltet nur dann ihre Kraft, wenn man sie der Marke, ihrer Systemlandschaft und Tonalität auf den Leib schneidert, die individuellen Bedürfnisse kann eine Standard-KI-Lösung nicht ausreichend abdecken: Agenturen punkten, wenn sie KundInnen anbieten können, Custom GPTs individuell auf deren Anforderungen zuschneiden zu können. Um einheitliche Standards bei der Nutzung von KI zu gewährleisten, gewinnen Prompting-Datenbanken (beispielsweise ChatGPT-Team oder die Teams KI-Bibliothek ) an Popularität. Dabei sind weniger die Tools die Herausforderung, sondern die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden und in den Teams herzustellen. Deshalb sind bei der Agentur gute AI- und Entwicklungskompetenzen ebenso notwendig wie eine Führungskompetenz, die Mitarbeitende die neuen Lösungen akzeptieren lässt.
- Expertise bei personalisierten Tools und Prompting-Datenbanken Einseitige Trainingsdaten oder ungleich behandelte Algorithmen können zu Verzerrungen führen, mit diskriminierenden Ergebnissen, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder anderer Merkmale benachteiligen als Folge. Agenturen können dieses Thema in den Fokus rücken und Expertise bieten oder vermitteln, die Verzerrungen zu identifizieren und zu beseitigen.
