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Die Ausweitung der KI-Kampfzone
07.02.2025 KI wird zum - buchstäblichen - umkämpften Asset und liefert mehr Gründe für Kriege als Success Stories. Immerhin gibt's Silberstreifen am Agenturhorizont.
Die Suche nach einem Nutzen von KI für jene Teile der Menschheit, die nicht zum oberen einen Prozent gehören, geht also weiter. Eine zaghafte Antwort kommt aus den neuen Bundesländern, denn da lebt die 22-jährige Larissa, die AfD wählt und virtuelle Influencerin für die AfD ist. Sie ist Teil der himmelblauen Bot-Horde, die in den zunehmend versumpfenden sozialen Netzwerken Wahlkampf betreiben, wie die Tagesschau beobachtet hat.
Unterdessen laufen in Regionen wie Ostserbien die Bohrköpfe heiß, wo Kupfer- und Goldexplorer die Erde auf der Suche nach Erzen perforieren. Die Arbeiten sollen den wachsenden Industriehunger nach Erzen stillen, die dringend für die Herstellung von Mikrochips, Leiterplatten und anderen elektronischen Komponenten benötigt werden, ohne welche KI nicht arbeiten kann. Das dabei allerorten ebenfalls zutage geförderte Gold verkommt zum netten Abfallprodukt für den wahren Goldrausch, berichtet der Finanzdienst Boerse.de . Nutzen für die Menschheit? Ja, absolut, denn so verhindert die Industrie effektiv, dass das Kupfer in die Herstellung von Solarzellen, Windkraftanlagen und Wasserkraftwerken wandert, die ja nur die Landschaften verschandeln würden.
Auch in den USA bleiben das Forschungsfeld und die Kampfzone 'KI' weitgehend kongruent verlaufende Territorien: Nachdem Präsident Trump (Verfasser muss bei diesen beiden Worten noch immer den Kopf schütteln, Anm. des Verfassers) eine halbe Billion Dollar in die KI-Forschung steckt, möchte nun einer seiner Parteigenossen die chinesische Sensations-Anbietung Deepseek verbieten lassen - im Kampf um die Hoheit über die Künstliche Intelligenz packen Nationen die Keule aus.
Aber Schluss, "Studien haben gezeigt, dass Zynismus mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein kann", belehrt mich da mein auf Gemini laufender Hausroboter mit dem strengen Smiley-Aufkleber auf dem GPU-Gesicht. Natürlich tut KI Gutes, nur eben muss man nach den Meldungen schon mal dort suchen, wo SEOs ihre Leichen vergraben, auf Seite 2 von Google: So versprechen sich Unternehmen eine Kostenersparnis, die auch mit verringertem CO2-Aussoß einhergehen würde, wenn KI etwa Logistikoptimierung betreibt: Ein nicht vollständig ausgelastetes Lieferfahrzeug wird mit weiteren Gütern beladen, die an KundInnen auf seiner Route gehen - so vermeidet man überflüssige Fahrten und reduziert die Anzahl der Fahrzeuge, berichtet die Hessenschau .
Auf dem medizinischen Feld macht KI Brustkrebs in Stadien erkennbar, an denen die Tumore sich bisher noch vor dem geschulten Radiologen-Auge verbergen konnten, schreibt Focus Online .
Auch im Interaktivbranchen-Alltag lässt KI zarte Hoffnungen keimen, etwa nach Marge, die sich an den Kunden weitergeben lässt, wie iBusiness diese Woche analysierte. Und obendrein bleibt die auf den Frequenzen der Hoffnung mitschwingende Sorge, KI mache die Marketeers arbeitslos; weitgehend substanzlos - wie iBusiness stellen auch systematische Analysen von Stellenanzeigen fest, dass eher der Bedarf an MitarbeiterInnen wächst, wie Heise berichtet. Schwerer haben es all die ohne Erfahrung und Kenntnisse in Sachen KI, doch darin mag man nur schwerlich eine Revolution erkennen - die Suche nach dem 20-Jährigen mit 30 Jahren Berufserfahrung ist und bleibt ja eher ein menschengemachtes Problem.
