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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
KI-Boom vervierfacht Rechenzentrumskapazität - Europa verliert weiter an Boden
24.07.2026 Der weltweite Ausbau von Rechenzentren beschleunigt sich durch künstliche Intelligenz deutlich. Während die installierte Kapazität bis 2035 auf bis zu 340 Gigawatt steigen könnte, bremsen lange Netzanschlusszeiten, hohe Energiepreise und komplexe Genehmigungen das Wachstum in Europa.
Europa dürfte von diesem Wachstum nur unterdurchschnittlich profitieren. Der europäische Anteil an der global installierten Rechenzentrumskapazität könnte laut Studie von rund 13 Prozent auf etwa 10 Prozent im Jahr 2030 sinken. Bereits 2025 verfügten die USA über mehr Rechenzentren als Westeuropa und Asien zusammen.
Stromversorgung wird zum Standortfaktor
Als größte Hürden nennen die befragten Branchenexperten Netzanschlüsse, Energiekosten und regulatorische Vorgaben. Der Anschluss eines neuen Rechenzentrums an das europäische Stromnetz kann bis zu sieben Jahre dauern. Zugleich erwarten 69 Prozent der Befragten, dass sich die Verfügbarkeit von Energie bis 2035 weiter verschlechtert.Strom verursacht rund 40 Prozent der laufenden Kosten eines Rechenzentrums. Die Energiepreise in Europa liegen nach Angaben der StudienautorInnen deutlich über denen konkurrierender Regionen. Ein KI-Rechenzentrum mit einer Leistung von einem Gigawatt benötigt zudem ungefähr so viel Strom wie eine Stadt mit rund einer Million Haushalten.
"Digitale Souveränität beginnt bei Strom und Rechenleistung", sagt Edeltraud Leibrock , Global Managing Director bei Roland Berger. Europa benötige leistungsfähigere Stromnetze, schnellere Genehmigungsverfahren und wettbewerbsfähige Energiepreise.
KI-Infrastruktur entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit
Für Unternehmen und Digitalagenturen steigt damit die Bedeutung der Infrastruktur hinter KI-Anwendungen. Verfügbare Rechenleistung, Datenstandorte und Energiekosten beeinflussen, wo KI-Dienste betrieben werden können, wie schnell sie skalieren und unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen sensible Daten verarbeitet werden.Nikolaus Lehmann , Partner bei Roland Berger warnt, dass Europa ohne ausreichende Rechenkapazitäten den Anschluss an das Wachstum rund um künstliche Intelligenz verlieren könnte. Finanzielle Förderprogramme allein reichten nach Einschätzung der StudienautorInnen nicht aus. Erforderlich seien eine vorausschauende Netzplanung, schnellere Verfahren und technologieoffene Rahmenbedingungen für Investitionen.
Die Untersuchung basiert auf einem Modell zur Entwicklung von Rechenzentrumskapazitäten, Energiebedarf und Investitionen. Ergänzend befragte Roland Berger 70 EntscheiderInnen aus der europäischen Rechenzentrumsbranche. Rund 80 Prozent von ihnen sind direkt an strategischen Entscheidungen oder Investitionen beteiligt.
