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Microsoft trennt sich von Real Networks
27.11.1998 Microsoft verkauft seinen zehnprozentigen Anteil an RealNetworks und will eine eigene 'streaming video'-Technologie anbieten, mit der TV-Sendungen über das Internet empfangen werden können. Insider sehen in der Entscheidung auch einen Racheakt:
Microsoft und Real Networks wollten eine Streaming-Video-Technologie für das Internet entwickeln. Der Softwarekonzern bestreitet, sich mit der Entscheidung zum Verkauf für die im Juni diesen Jahres gemachte Aussage rächen zu wollen, die RealNetworks-Geschäftsführer Rob Glaser im Antitrust-Prozeß des US-Justizministeriums gemacht hatte. Glaser hatte bei einer Senatsanhörung ausgesagt, daß Microsoft versucht habe, seine Multimedia-Software durch gezielte Unverträglichkeiten mit dem Betriebssystem Windows "kaputtzumachen". Microsoft bestreitet die Vorwürfe Glasers.
Im Juli vergangenen Jahres hatte Microsoft die Anteile an RealNetworks erworben und eine Partnerschaft bekanntgegeben - kurz vor dem Börsengang des Start-Up-Unternehmens. Ein Teil des Deals war damals, daß Microsoft Technologien von RealNetworks für den Windows Media Player verwenden konnte. Inzwischen sind die beiden weiterentwickelten Folgeprodukte, der G2-Player von RealNetworks und der neue Media Player Microsofts, nicht mehr kompatibel und RealNetworks wirft Microsoft vor, das Unternehmen als Konkurrenz zu behandeln. Aufgrund dieser Situation sieht Microsoft wohl keine Notwendigkeit mehr, weiterhin in das Unternehmen zu investieren.
