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Keine Automatisierungs-Strategie in deutschen Büros

06.04.2018 85 Prozent der Deutschen wünschen sich mehr Entlastung bei Routine-Arbeiten im Büro, aber in den meisten Unternehmen fehlt dafür eine Automatisierungsstrategie.

 (Bild: pixabay.de / geralt)
Bild: Pixabay.de / geralt
Obwohl sich Mitarbeiter gerade bei bei Routine-Aufgaben mehr technologische Unterstützung wünschen, besitzen Unternehmen mehrheitlich keine übergreifende Automatisierungsstrategie oder eine solche nur für einzelne Abteilungen. Das zeigt der aktuelle Wrike Digital Work Report 2018  , in dem der Automatisierungsbedarf von rund 3.000 Wissensarbeitern in Deutschland, Großbritannien und Frankreich abgefragt wurde.

Die Teilnehmer sehen dabei großes Potential für Produktivitätssteigerung: Mehr als jeder vierte Büroangestellte in Deutschland, Frankreich und Großbritannien könnte nach eigener Einschätzung 25 Prozent mehr pro Woche leisten, wenn entsprechende Technologie bereitstünden. 23 Prozent würden sogar bis zu 50 Prozent mehr leisten. 45 Prozent der Befragten sind ferner überzeugt, dass Automatisierung ihrem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil bringt. 31 Prozent sehen diesen Vorteil nicht und 23 Prozent sind sich nicht sicher.

(Grafik: Wrike Digital Work Report 2018)

Mittleres Management und Team-Leiter sehen größten Nutzen

Der Bedarf, Routine-Arbeit zu automatisieren, ist besonders bei Team-Leitern und dem mittleren Management vorhanden. Hier spricht nahezu jeder Dritte von einer Leistungssteigerung von 25 Prozent pro Woche. Die dank Automatisierung frei gewordene Zeit würde die Mehrheit der Führungskräfte (38 Prozent) nutzen, um sich auf das Team-Management zu konzentrieren. An zweiter Stelle steht die Fokussierung auf kreative Prozesse (35 Prozent), gefolgt von dem Willen, Kunden besser zuzuhören (28 Prozent).

Den Nutzen der Automatisierung für das gesamte Unternehmen schätzt das mittlere Management mit Abstand am höchsten ein: 66 Prozent der Befragten aus dieser Gruppe sind überzeugt, dass Automatisierung ihrer Firma einen Wettbewerbsvorteil bringen würde. Bei den befragten Teamleitern sind es immerhin 55 Prozent, die diesen Wettbewerbsvorteil so deutlich sehen. Die Vorteile und auch Entlastung, die gerade Mitarbeiter mit Personalverantwortung von der Automatisierung erwarten, scheinen also enorm.

Automatisierung: Wunsch und Wirklichkeit

Auf die Frage, welche Arbeiten die Studienteilnehmer in ihrem Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf bis 24 Monate gerne automatisieren würden, waren die fünf häufigsten Antworten:

  1. Dateiverwaltung und -dokumentation
  2. Sich wiederholende Prozesse und Arbeitsabläufe
  3. Informationen zwischen Systemen kopieren
  4. Meetings aufsetzen
  5. In Meetings besprochene Arbeitsaufträge dokumentieren

Es überrascht angesichts dieser Wunschliste nicht, dass 86 Prozent der Befragten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien bejahen, dass sie an technologischen Innovationen interessiert sind, die ihnen Routine-Arbeit abnehmen. Der Bedarf nach Automatisierungs-Lösungen ist nicht nur in den drei befragten Ländern, sondern auch auf allen Ebenen - vom Mitarbeiter bis zum Manager - ähnlich hoch.

Betrachtet man den Status quo auf Unternehmensseite, wird klar wie weit Wunsch und Realität auseinander liegen: Nur sieben Prozent der befragten Unternehmen geben an, eine unternehmensweite Automatisierungsstrategie zu haben oder zu planen. Immerhin 38 Prozent bestätigen, dass sie über eine entsprechende Strategie für einzelne Abteilungen verfügen. 33 Prozent haben überhaupt keine Automatisierungsstrategie. 23 Prozent sind sich nicht sicher, ob ihr Unternehmen eine solche Strategie verfolgt.
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