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Bluetooth-Geräte versprechen enormen Erfolg
24.01.2000 (iBusiness) Enormes Potenzial für Bluetooth-Geräte sieht eine neue Studie von Marktforscher Frost & Sullivan. Die Umsätze in Europa sollen in diesem Jahr schon 36,7 Millionen US-Dollar betragen und bis zum Jahr 2006 auf knapp 700 Millionen ansteigen. Hauptursache für die enorme Wachstumsrate von 63,4 Prozent ist die Tatsache, dass die Technologie eine überzeugende Lösung für kostengünstige drahtlose Übermittlung von Sprache und Daten über kurze Distanzen bietet.
Natürlich muss der Bluetooth-Markt zunächst einmal die üblichen Anfangsprobleme überwinden, die mit der Einführung neuer Technologien und Standards verbunden sind. Dennoch ist durch den immensen Bedarf an kostengünstiger drahtloser Anbindung mit einem explosionsartigen Wachstum des Bluetooth-Marktes zu rechnen. Zudem wird der neue Standard von der Industrie massiv unterstützt.
Durch die Fortschritte in der Halbleiterherstellung, die weiter fallenden Preise, die Einführung neuer Standards und die wachsende Zahl verschiedener Anwendungen für die Technologie wird sich das Wachstum auf dem europäischen Bluetooth-Markt einstellen. Die Penetrationsrate bei Anwendungen wie Mobiltelefonen und mobilen Computern dürfte schon bald 50 Prozent überschreiten. Bei weiterhin steigendem Absatz von Desktop-Computern tut sich zudem ein gewaltiger Markt für die drahtlose Anbindung von Computern und Peripheriegeräten auf.
Bluetooth verspricht ein gewaltiges Umsatzpotential. Die Chiphersteller werden nicht nur durch die Entwicklung eines neuen Produktsegments herausgefordert, ihre Kunden werden auch Service und Support bei der Integration von Bluetooth in ihre bestehenden Geräte benötigen. Für die Anbieter von Nachrüstzubehör bietet sich eine wichtige, wenn auch kurzfristige Marktchance. Sie müssen schnell handeln, wenn sie sich einen Anteil an diesem neu entstehenden Markt sichern wollen.
Nach Jan ten Sythoff, Branchenanalyst bei Frost & Sullivan, hängt allerdings das ganze Bluetooth-Projekt entscheidend von der Frage der Kompatibilität ab. Sie wird in dem Maße an Bedeutung gewinnen, wie Bluetooth-Anwendungen unterschiedliche Richtungen bei der Weiterentwicklung des Standards einschlagen. Die wachsende Unterstützung des Standards in vielen Bereichen ist seine große Stärke, auf lange Sicht aber auch seine Achillesferse. Denn langfristig können erhebliche Probleme entstehen, wenn die Unternehmen, die in verschiedenen Branchen tätig sind und eine Reihe von Bluetooth-fähigen Geräten für unterschiedliche Anwendungen anbieten, die Technologie in verschiedene Richtungen weiterentwickeln und dadurch den Standard gefährden. Außerdem wird es im Hochfrequenzbereich neben Bluetooth alternative Technologien wie drahtlose LANs und HomeRF geben, wodurch sich weitere Kompatibilitätsprobleme ergeben dürften.
| Der europäische Markt für Bluetooth Chips bis 2006 | ||
|---|---|---|
| Jahr | Umsätze (Mio. $) | Wachstums- rate |
| 1999 | 0 | - |
| 2000 | 36,7 | - |
| 2001 | 90,9 | 147,8% |
| 2002 | 200,4 | 120,4% |
| 2003 | 317,0 | 58,2% |
| 2004 | 427,1 | 34,7% |
| 2005 | 560,8 | 31,3% |
| 2006 | 699,2 | 24,7% |
Obwohl die Bluetooth-Interessengruppe (SIG) derzeit ca. 1300 Unternehmen zählt, dürfte nur eine begrenzte Zahl von Wettbewerbern direkt von dieser Technologie profitieren.
Die Halbleiterhersteller sind mit der ihnen zur Verfügung stehenden Technologie und ihrem Know-how schon jetzt gut positioniert, um die Chance nutzen zu können, da sie häufig über Erfahrung mit In-house-RF und der Verarbeitung digitaler Signale verfügen. Andere Unternehmen haben Allianzen geschlossen, um sich Zugang zu solchem Know-how zu verschaffen. Neue, hochspezialisierte Unternehmen haben ebenfalls eine realistische Chance, sich so gut zu positionieren, dass sie zu wichtigen Wettbewerbern für diese etablierteren Anbieter werden.
Ähnlich ist es auch im Geschäft mit dem Nachrüstzubehör: Die Unternehmen, die bereits auf benachbarten Märkten wie etwa bei den PC-Karten stark präsent sind, verfügen über die Technologie, die Vertriebskanäle, die Kundenbeziehungen und den Markennamen, um auf diesem neuen Markt erfolgreich sein zu können. Aber auch kleine neue Anbieter haben die Möglichkeit, in einen völlig neuen Bereich hinein zu expandieren.
Die Studie ‚The European Impact of Bluetooth - Strategic Review' von Frost & Sullivan kostet 3950 Euro.
