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Umfrage: PR schöpft Einflusspotenzial auf Blogger nicht aus

08.07.2009 Blogs entwickeln sich immer mehr zu einem wichtigen PR-Instrument. Allerdings neigen PRler auch dazu, Fehler aus der klassischen Pressearbeit in die Blogosphäre zu übernehmen, hat eine aktuelle Studie ermittelt.

Blogs gehören in den meisten Ländern zunehmend zum Medien-Mainstream. Blogger werden immer häufiger von PR-Beratern oder unternehmensinternen Öffentlichkeitsabteilungen angeschrieben. Allerdings werden einige der größten Fehler in der klassischen Pressearbeit auch in die PR-Arbeit mit Bloggern übernommen. Das sind Ergebnisse einer Umfrage, in der die PR-Agentur Text 100   die Technologie-, Business- und Lifestyle-Blogger weltweit zu ihren Vorlieben bezüglich Öffentlichkeits- und Pressearbeit befragt hat.

Über 90 Prozent der 449 befragten Blogger sind Kontaktaufnahmen von PR-Beratern gegenüber aufgeschlossen. Die meisten Teilnehmer gaben an, häufig und regelmäßig von PR-Beratern angesprochen, bzw. angeschrieben zu werden. 96 Prozent der befragten Blogger aus den USA wurden mindestens einmal pro Woche kontaktiert (gegenüber 36 Prozent in der Region Asien-Pazifik/APAC und 65 Prozent in Europa). Das bevorzugte Kommunikationsmittel ist dabei E-Mail, unabhängig vom Standort der Befragten. SMS und IM dagegen sind die am wenigsten gewünschten Formen der Kontaktaufnahme. Zudem wünschen sich Blogger Feedback zu Inhalten ihres Blogs und Interviews mit interessanten Ansprechpartnern in Unternehmen.

Alle befragten Blogger waren sich in dem Wunsch nach prägnantem, aussagekräftigem und nicht beliebigem Content einig, besonders in Bezug auf neue Produktentwicklungen und Produktrezensionen. Von allen Inhalten, die PR-Berater Bloggern zur Verfügung stellen, werden Fotos am häufigsten genutzt, gefolgt von Grafiken und Video-Streams. Knapp zwei Drittel aller europäischen Blogger planen, in den kommenden zwölf Monaten verstärkt Inhalte aus SMR (Social Media Releases) zu nutzen.

US-Blogger widmen ihren Blogs am meisten Zeit: 63 Prozent bloggen mindestens neun Stunden pro Woche, gegenüber 36 Prozent bzw. 44 Prozent in APAC und Europa. Über 75 Prozent der befragten Blogger nutzen Microblogging-Dienste. Blogger in APAC und Europa gaben Microblogging als Grund für verstärktes Bloggen an.

Von der Pressearbeit übernommene schlechte Angewohnheiten von PR-Beratern

PR-Berater versenden Pressemitteilungen "blind", das heißt ohne vorherige Kontaktaufnahme an Blogger. Zudem befassen sich PR-Berater nicht mit den Blogs und verstehen die Blogger-Community, an die sie sich wenden, nicht wirklich. Viele scheinen zu erwarten, dass Blogger die vom Unternehmen bereitgestellten Inhalte direkt veröffentlichen. Hier zeigt sich ein Unverständnis des Mediums und der Motivation von Bloggern.

Aus der Analyse der Umfrageergebnisse hat Text 100 fünf zentrale Erkenntnisse für PR- und Kommunikationsexperten gewonnen:

  1. Unternehmen werden sich der Bedeutung von Bloggern zunehmend bewusst: Die vermehrte Kontaktaufnahme zu Bloggern zeigt, dass Blogs als Kommunikationskanäle immer mehr zum Mainstream werden und dass Unternehmen den verstärkten Einfluss von Bloggern auf ihre Zielgruppen erkennen.
  2. Die klassische Unternehmens-Pressemitteilung ist tot, zumindest für Social Media: Bloggern zufolge wird die Nutzung von Social Media Releases in den kommenden Monaten bedeutend ansteigen.
  3. RSS-Feeds sind eine zentrale Informationsquelle für Blogger; wichtiger als RSS sind nur andere Blogger: Unternehmen, die aktuelle Informationen nicht in Form von RSS-Feeds zugänglich machen, verzichten damit auf den für Blogger zweitwichtigsten Informationskanal. Unternehmens-Blogs und -Websites wurden von Bloggern durchgängig als vertrauenswürdiger eingeschätzt als Microblogging, Zeitungen, Social-Bookmarking-Websites und Fernsehen (in Europa und im Raum Asien-Pazifik auch als Zeitschriften).
  4. Die Mehrheit aller Blogger betreibt ihre Blogs (noch) in Teilzeit. Die Strategien sollten entsprechend angepasst werden: Außerhalb der USA verbringt die Mehrheit der befragten Blogger weniger als neun Stunden pro Woche mit Bloggen.
  5. Die meisten Blogger geben an, ob sie für einen Beitrag Unterstützung von einem Unternehmen erhalten haben: Über 80 Prozent der befragten Blogger in allen Regionen gaben an, gesponsorte Blogbeiträge kenntlich zu machen, wobei jedoch Blogger in Nordasien weniger bereit sind, Unterstützung durch Unternehmen öffentlich zu machen.


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