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WAP, GPRS und Bluetooth lassen Europas Mobiltelefonmarkt boomen
04.12.2000 (iBusiness) Der europäische Markt für Mobiltelefone steht vor einer regelrechten Umsatzexplosion. Im Jahr 1999 noch auf 23,7 Milliarden US-Dollar beziffert, soll der Marktwert der Geräte bis 2006 auf 48,8 Milliarden US-Dollar klettern und sich damit mehr als verdoppeln. Zu diesem Ergebnis kommt Marktforscher Frost & Sullivan in einer neuen Analyse.
Als Hauptwachstumsfaktoren nennt sie die steigende Nachfrage nach einer ständigen drahtlosen Verbindung zum Internet, neue Inhalte und Anwendungen sowie neue Abrechnungsmodelle.
Mit der Einführung neuer Technologien wie WAP (Wireless Application Protocol), GPRS (General Packet Radio Service) und Bluetooth erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten von Mobiltelefonen. Zugleich werden sie benutzerfreundlicher. Insbesondere der mobile Zugang zum Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung, obgleich die erste Generation von WAP-Anwendungen und Geräten für die Benutzer unzufriedenstellend sind.
Datenverkehr nimmt zu
Vor allem der Einkauf über das Internet via Mobiltelefon wird zu einem verstärkten Absatz von WAP-, GPRS- und UMTS-Geräten (Universal Mobile Telecommunications System) führen. Durch die zusätzlichen Funktionen wird die mobile Datenübertragung stark anwachsen. Entsprechend geht die Studie davon aus, dass bis 2006 mehr als 45 Prozent der Einnahmen der Mobilfunknetzbetreiber aus Non-Voice-Diensten stammen werden. Im Jahr 1999 wurden gerade einmal vier Prozent der Umsätze mit diesen Diensten erwirtschaftet. Gegen Ende des Prognosezeitraumes werden Unified Messaging, Unterhaltungs- und Informationsdienste die wichtigsten Anwendungen sein. Die höheren Übertragungsraten und größeren Bandbreiten, die die Netze der 2,5. und 3. Generation ermöglichen, tragen ihrerseits zur besseren Verfügbarkeit und Durchführbarkeit von datenintensiven Anwendungen wie Grafik, Musik oder anderen Multimedia-Anwendungen bei. Die massiven Investitionen in neue Netze führen auch zum verstärkten Absatz neuer Geräte.
Drastische Preissenkungen erwartet
Drastische Preissenkungen werden nach Jan ten Sythoff, leitender Telekommunikationsanalyst bei Frost & Sullivan, vor allem der Verbreitung von Prepaid-Handys zugute kommen, auf die der größte Anteil der Neukunden entfällt. Da die Verbindungskosten durch den zunehmenden Wettbewerb und den Druck von Branchenorganisationen sinken, wird die Mobilkommunikation zunehmend erschwinglicher für den Massenmarkt.
| Der europäische Markt für Mobiltelefone Umsätze in Europa - Prognose bis 2006 Angaben in Milliarden US-Dollar |
||
|---|---|---|
| Jahr | Umsätze | Wachstumsrate |
| 1999 | 23,7 | -- |
| 2000 | 28,6 | 20,7% |
| 2001 | 35,8 | 28,3% |
| 2002 | 40,3 | 12,6% |
| 2003 | 45,9 | 13,9% |
| 2004 | 46,8 | 2,0% |
| 2005 | 45,8 | -2,1% |
| 2006 | 48,8 | 6,6% |
Die Einführung von GPRS und Technologien der 3. Generation sowie die schnelle Zunahme der Übertragung datenintensiver Anwendungen werden eine Umstellung der Abrechnungssysteme von zeitbezogenen auf inhaltsbezogene Modelle bewirken. Da der Markt für Werbung über das mobile Internet langsam Gestalt annimmt, werden die Nutzer auch einige Dienste kostenlos nutzen können, wenn sie bereit sind, ein gewisses Maß an Werbung zu akzeptieren. Nicht zuletzt dank der allgemein zunehmenden Verbreitung von Mobilfunkgeräten werden Bluetooth-fähige Produkte voraussichtlich 2001 die Schwelle zum Massenmarkt überschreiten.
Die Studie: 'WAP Meets GPRS and Bluetooth' ist für 4.740,- Euro bei Frost & Sullivan zu beziehen.
