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Jobsuche in der Corona-Krise: Bewerber werden flexibler

22.05.2020 Eine Umfrage, was Corona für Menschen auf Jobsuche bedeutet, zeigt ein gemischtes Stimmungsbild: Während sich die eine Hälfte gerade jetzt besonders bei der Suche nach einem neuen Job engagiert, wägt die andere Hälfte Bewerbungen sehr bedacht ab. Die wenigsten gehen jedoch davon aus, dass die Corona-Krise ihre Jobchancen auf lange Sicht verschlechtern wird.

 (Bild: William Iven auf Pixabay)
Bild: William Iven auf Pixabay
Trotz der Krise haben 55 Prozent der Befragten ihre Bemühungen, eine neue Stelle zu finden, noch einmal verstärkt. Das hat die Online-Jobplattform StepStone zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser ermittelt, die Ende April 800 Jobsuchende zu ihren Gedanken und Erfahrungen in der Corona-Krise befragt hat. Zudem zeigen sich die Jobsuchenden in der aktuellen Situation zunehmend flexibler: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) gibt an, ihre Suchkriterien verändert und ihre Stellensuche auf andere Branchen und Bereiche ausgeweitet zu haben. "Wer gerade eine neue Stelle sucht, sollte sich überlegen, welche Unternehmen gerade besonderen Bedarf an neuen Mitarbeitern haben", sagt Dr. Tobias Zimmermann'Tobias Zimmermann' in Expertenprofilen nachschlagen , Arbeitsmarkt-Experte bei StepStone. "Arbeitgeber aus dem Gesundheitswesen oder der IT veröffentlichen derzeit beispielsweise deutlich mehr neue Stellen als Unternehmen, die unter der aktuellen Situation besonders leiden." Rund jeder zweite Jobsuchende (54 Prozent) verschiebt eine Bewerbung momentan zunächst lieber, weil er vermutet, dass Unternehmen in der aktuellen Situation seltener Rückmeldung geben würden. Die Befragten zeigen sich jedoch momentan besonders anpassungsfähig, wenn für einen neuen Job ein Ortswechsel nötig wäre: Jeder Dritte wäre aufgrund der aktuellen Situation eher bereit, für einen passenden Job umzuziehen.

Bewerbungsgespräch per Videocall

Jobsuchende müssen sich aber nicht nur hinsichtlich der verfügbaren Stellen umorientieren - auch die Bewerbungsverfahren laufen aktuell anders ab als sonst. Viele Arbeitgeber hätten zu Beginn der Corona-Krise schnell auf digitale Recruiting-Prozesse umgestellt und führen ihre Vorstellungsgespräche jetzt per Telefon oder digital per Video. Das sei für viele erst einmal ungewohnt, habe für Bewerber aber auch Vorteile. Sie sparen nicht nur die Zeit für die Anfahrt, sondern führen das Gespräch auch in ihrer gewohnten Umgebung. Ein professionelles Auftreten und eine gute Vorbereitung sind allerdings genauso wichtig wie beim klassischen Vorstellungsgespräch, rät Zimmermann: "Es kann sicher nicht schaden, ein Telefon- oder Videointerview im Vorfeld einmal mit dem Partner oder mit Freunden zu simulieren, um sich auf die neue Situation einzustellen." Die Umfrage zeigt: Jeder dritte Befragte (32 Prozent) hat in den letzten Wochen schon mindestens ein Bewerbungsgespräch per Telefon geführt, jeder Vierte (23 Prozent) auch per Videokonferenz. Nur 14 Prozent der Befragten haben die Erfahrung gemacht, dass ein geplantes Interview abgesagt wurde.

(Autor: Christina Rose )

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In diesem Beitrag genannt:

Personen: Tobias Zimmermann
Firmen und Sites: stepstone.de
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