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13 Eigenschaften, an denen Sie eine schlechte SEO Agentur erkennen
04.09.2013 Sie versprechen, das "Google-Geheimnis" zu kennen. Ihre Methoden schaden mehr, als sie nutzen. Sie sind intransparent. Bei schlechten SEO-Agenturen liegt der Teufel nicht nur im Detail. Eine Checkliste, welche SEO-Dienstleister Sie besser meiden.
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Auch die veröffentlichten SEO-Zertifikate sind nur unzureichende Hilfestellungen für den, der eine seriöse SEO-Agentur sucht, sagt etwa Thomas Kaiser , CEO des Suchmaschinenoptimierers Cyberpromote - er verweist auf ein entsprechendes SEO-Zertifikat, das der Branchenverband BVDW verleiht: "Leider ist es heute noch so, dass in dem Zertifikat kein einziges Wort über Linkkauf und Linkmiete steht." Versuche, dieses Manko auszugleichen, seien bisher am Widerstand von anderen Agenturen gescheitert. Cyberpromote hat als Reaktion eine Selbstverpflichtungserklärung verfasst, die über das Zertifikat hinausgeht.
Damit Marketingentscheider bei Markenartikler und Unternehmen eine schlechte SEO-Agentur identifizieren können, hat iBusiness mit viel Hilfe der deutschen SEO-Branche eine Checkliste mit 13 Punkten zusammengetragen - damit lassen sich schlechte Agenturen teilweise schon auf deren Homepage identifizieren.
"Wir tragen sie bei Google ein" - Wovor man sich im Vorfeld hüten sollte
Zunächst acht Punkte, die vor der Aufnahme einer Zusammenarbeit Orientierung verschaffen - stolpern sie in einer Mail, einem Telefonat oder persönlichen Gespräch mit einer SEO-Agentur auch nur über einen der Punkte, dann ist äußerste Skepsis angesagt. Ebenso, wenn sich etwa auf der Website der Agentur entsprechende Formulierungen, Aussagen oder Hinweise finden.
- Ranking-Versprechungen
Kaum etwas macht eine SEO-Agentur so dubios wie Platzierungs-Versprechungen - egal ob es sich um das versprochene Ranking auf Platz eins oder wenigstens in den Top 10 handelt. Grund: So etwas lässt sich im Vorfeld unmöglich kalkulieren, da Googles Updates, das Verhalten der Konkurrenz und vor allem das Suchverhalten der Nutzer mitbestimmen. Daher sollten sie Angeboten jeder Agentur, die so etwas verspricht, einen festen Platz im Papierkorb garantieren.
- Kaltakquise
Wenn eine SEO-Agentur unaufgefordert anruft und ihre Dienste feilbietet, lautet die einzig korrekte Antwort "Nein" (optional auch: "Nein, Danke"). Am besten weist der unbekannte Anrufer noch darauf hin, er habe die Webseite des Angerufenen untersucht und da so einiges entdeckt, was im Argen liege. Bonuspunkte für besonders große Unseriosität: ganz klar Rabatte, sagt Michael Pauls von der Seomaxx GmbH warnt: "Meiner Meinung nach sind die mit Vorsicht zu genießen, die sich unaufgefordert melden, meistens per Telefon und dann sogenannte Referenzkunden-Rabatte einräumen, die zeitlich begrenzt sind." - Masse statt Klasse
Wie viele Kunden betreut eigentlich ein einzelner Mitarbeiter bei ihrer Agentur? Vor einer Zusammenarbeit lässt sich das erfragen. Sind es mehr als zehn bis 15, so sind das zu viele, empfiehlt Björn Emeritzy von der Onlinemarketing-Agentur Soquero als Faustregel. Misstrauisch machen sollte einen Marketingentscheider auch, wenn die Agentur nicht klar kommuniziert, in welchen Branchen sie bereits Kunden betreut und wie sie dies mit dem Konkurrenzausschluss handhabt. Faustregel: Mehr als einen Kunden in demselben (Keyword-)Segment sollten eine Agentur nicht betreuen, wenn sie nicht sicherstellen kann, dass es sich um zwei getrennte Units handelt. - Blindheit für Kanäle links und rechts von SEO
"SEO-Strategien sollten Synergien mit anderen Disziplinen wie SEA und Social Media nutzen", sagt Robert von Heeren von der Onlinemarketing-Agentur Komdat.com . Klammern die Vorgespräche also Themen wie Strategie oder einen kanalübergreifenden Ansatz aus: Kaffee austrinken, Danke sagen, gehen - weitersuchen.
- Die Agentur fragt nicht nach und wirbt lieber mit Paketangeboten
Eine unseriöse Agentur bietet pauschale Versprechungen und vermeidet solche Dinge wie individuelle Vorbereitung. Stellt man ihnen im Vorgespräch keine individuellen Fragen, haben sie erfolgreich eine unseriöse Agentur gefunden. Anders sieht das aus, will ihr Gegenüber wissen, in welcher Branche sie tätig sind, wie viel Konkurrenz sie haben und wie diese aufgestellt ist? Interessant auch: Wie genau sieht sich eine SEO-Agentur ihre Firmen-Seite an, bevor sie Aussagen trifft? Gibt es stattdessen Paketangebote ist dies ein schlechtes Zeichen. - Das ist alles nur gemietet: SEO mit Verfallsdatum
In der schnellebigen Welt der Suchmaschinenoptimierung ist ohnehin kein Ranking von Dauer. Doch manche Agenturen bauen dem Weg in die Unsichtbarkeit noch einen Vertragsturbo ein - indem alle Links, Texte, aller generierter Content nur für die Dauer der Zusammenarbeit dem Kunden gehören. Erlischt die Kooperation muss der Auftraggeber alles löschen, was ihm die SEO-Agentur gegeben hat. Damit die Links, Texte und - auch gerne genommen - Kundendaten weiter verwenden und versilbern kann. Stehen entsprechende Vorgaben in Vertrag oder AGB sollte die Zusammenarbeit enden bevor sie beginnt. - Obskure Leistungsdarstellung, fehlende Reportings
Liegen die genauen Vertragsdetails für die Zusammenarbeit im Dunkel wie das Klischee-Büro eines windigen Privatdetektivs im Fernsehkrimi - nicht unterzeichnen. Wer dem Kunden monatliche Kosten aufdrücken will, ohne genaue Ziele wie etwa Traffic-Wachstum festzulegen, handelt unseriös. Auch sollte schon vorher festgelegt sein, dass der Kunde genau erfährt, wofür er da bezahlt - über Reportings, Leistungsdokumentationen. "Das Modell 'Einmal ein bisschen einrichten und dann laufen lassen und abrechnen' wird mir von Website-Betreibern mit Blick auf einige Anbieter häufig als Dorn im Auge genannt", sagt Ulf Marx, Geschäftsführer bei der SEO-Agentur Effective Traffic GmbH - Verräterische Sprache: Die Lieblings-Floskeln der miesen SEOs
Wenn noch Zweifel sind, ob die Agentur taugt, so erweist sich noch ein Katalog verräterischer Floskeln als hilfreich. Mit ihm lassen sich miese Agenturen oftmals schon auf deren Webseite identifizieren, spätestens aber im Telefonat oder persönlichen Treffen. Wenn dort eine der folgenden Floskeln fällt, so lautet das Kommando: Raus da!
- "Wir melden ihre Seite bei den gängigen Suchmaschinen an"
- "Wir installieren das SEO für Sie"
- "Sie stehen aktuell oben rechts bei Google - wir bringen sie nach links, ohne dass sie für Klicks zahlen müssen" (Danke für den Hinweis auf die Floskel an Oliver Wermeling
- "Am Wochenende launcht Google ein Update. Da nehmen wir sie mit hinein"(Merci an Sascha Blank)
- "Wir kennen als einige von wenigen Agenturen das Google-Geheimnis" (Danke an Robert Gioia)
Mit diesen Punkten lassen sich im Vorfeld unseriöse Agenturen identifizieren, aber nicht alle schlechten Agenturen agieren so plump, dass sie bereits im Vorfeld auszusortieren sind. Manchmal fliegen unseriöse Praktiken erst während der Kooperation auf - hier die wichtigen No-gos für SEO-Agenturen, die einen Kunden zur Vertragskündigung bewegen sollten.
Was einen während der Zusammenarbeit stutzig machen sollte
- SEO von gestern: Blackhat/Technikfetischismus
Die Agentur arbeitet offen oder versteckt mit Taktiken, die Google nicht mag - von Link-Farmen bis Cloaking. Der Übergang zwischen weißem und schwarzem SEO ist durch Googles fleißiges Updaten mittlerweile fließend. Somit ist Blackhat-SEO nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass die SEO-Agentur böse ist. Aber eines dafür, dass sie kein strategisches SEO betreibt und/oder veralteten Maßgaben nachhängt.
Auch obskur: Die Agentur betreibt eine rein technische Optimierung, " längerfristige, strategische und ganzheitliche Content-Konzepte werden vernachlässigt oder mit dem Einsatz von Keyword-Texten abgefrühstückt", sagt Martina Klein, SEO und Affiliate Manager der Publikat Verlags- und Handels-GmbH . - Fehlender Ansprechpartner
Phantome sind ein sicheres Zeichen für unseriöse Agenturen - der Partner in der Agentur sollte direkt erreichbar sein, also mindestens telefonisch oder sogar persönlich von Angesicht zu Angesicht. Erreicht man sie dagegen nur per Mail ist das ein ungutes Zeichen - Schimmerloser Ansprechpartner
Ein Ansprechpartner ist da (also = physisch vorhanden, existent). Soweit so gut - doch noch muss das nichts heißen, sagt Markus Koczy, Geschäftsführer von der Agentur AKM3 : "Meint der Ansprechpartner bei leichten Kundenanfragen 'Da muss ich eine andere Abteilung oder die Technik fragen', dann deutet das darauf hin, dass Sales Team und 'SEO-Knowhow' strikt getrennt sind." So etwas sei weniger sinnvoll. - Wechselnde Ansprechpartner
Wechseln die Ansprechpartner in kurzen Intervallen ist das ein Indikator für eine hohe Mitarbeiterfluktuation. Eine Agentur, bei der es die Angestellten nicht lange aushalten, ist selten der richtige strategische Partner für eine solide Sichtbarkeitsstrategie. - Fehlende Linkbuilding-Transparenz
Welche Links hat die SEO-Agentur aufgebaut - eine vollständige Liste muss drin sein, sonst läuft etwas schief. Im Vorgespräch ist zu klären, ob die Agentur das liefern kann.
Grundsätzlich sollten Marketing-Entscheider darauf achten, dass eine SEO-Agentur, die in die engere Wahl kommt sich darum bemüht, ihre Leistungen transparent zu halten ("was wird genau gemacht?") und sich dabei eines verständlichen Vokabulars bedient, statt sich hinter Technikkauderwelsch zu verstecken, um Kompetenz zu demonstrieren. Wenn eine Agentur nichts verspricht und darauf hinweist, dass es immer auf Einzelfälle, Branche und Wettbewerb ankommt, ist sie zwar weniger griffig als manch Mitbewerber - doch sie ist ein heißer Kandidat dafür, eine seriöse Dienstleisterin zu sein.
