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Google Products: Wie Google in den E-Commerce drängt
06.08.2010 In den USA ist Google mit seinem Dienst Google Products bereits der größte Preisvergleicher. Doch hierzulande nutzen bislang noch kaum Shops diesen - auch noch kostenlosen - Dienst. Doch das ändert sich nun. Künftig müssen Onlineshops und ihre Agenturen und Dienstleister neben SEO auch PEO beherrschen. Ohne Product-Engine-Optimization werden sie von der Konkurrenz abgehängt.
Onlineshops erhalten dadurch eine zusätzliche Option, ihre Produkte in der Suchmaschine mit der größten Reichweite zu positionieren. Vor allem, da eine steigende Anzahl der Onlinekäufer den direkten Einstieg in die Produktsuche direkt über den Klick auf "Shopping" auf der Google-Startseite suchen.
Google hat seine Produktsuchmaschine Google Products dahingehend verändert, dass die Deeplinks von der Ergebnisseite nicht mehr wie früher direkt zu den Shops führen, sondern jetzt auf Detailseiten von Google Products . Damit wird deutlich, dass Google mittlerweile ein enorm umfangreiches Preisvergleichsportal auf Basis der teilnehmenden Händler aufgebaut hat und jetzt dazu übergeht, bei fast allen trafficstarken Keywords die Verweise der Universal-Search-Integrationen auf diese Seiten umzubiegen. In den USA sind die Ergebnisse bereits zu bestaunen.
Google Products hilft allerdings nur, wenn der Internetnutzer weiß, was er kaufen will. Deshalb überlegt die Suchmaschine, wie sich Einkauf von der Aufgabe zum Erlebnis wandeln kann, um so die Kunden enger an sich zu binden, argumentiert Sameer Samat , Google-Produktmanager gegenüber CNET . So existiert beispielsweise schon eine Android App, mit der Nutzer den Barcode von Produkten scannen können und weitere Informationen bei Bedarf erhalten. Für die Zukunft plant Google die Personalisierung: Google will im Shopping-Bereich von der reinen Suche zu einer Umwandlung des Kaufes in ein Erlebnis, bei dem den Nutzern neue, passende Produkte vorgeschlagen werden. Weg also von den vorherrschenden Prozessen aus: "Suchen", "Auswählen", "Bestellen". Viel mehr sollen die Bedürfnisse der Verbraucher beim Surfen im (Google)Netz geweckt werden, die dann über Product oder andere Kanäle natürlich von Google befriedigt werden. Den ersten Schritt in diese Richtung hat Google durch den Einstieg in den Bereich Location Based Services bereits getan. Über eine App werden Onlinedaten mit Offline-GPS-Informationen verknüpft und dem Nutzer angezeigt, wo er ein gesuchtes Produkt in seiner direkten Umgebung kaufen kann.
Laut Comscore ist Google Products bereits der reichweitenstärkste Preisvergleichs-Service in den USA. Täglich zählt der Dienst rund eine Million Besucher.
Die bereits von Google Produktsuche-Namespace definierten Attribute sind für das Ranking der Angebote relevant. Besonders der Titel und die Beschreibung sollte dem Suchbegriff weitgehend entsprechen, um die Hervorhebung auf den Ergebnisseiten durch Fettdruck sicherzustellen. Die benutzerdefinierten Attribute sollten Verwendung finden, um das Produkt exakter zu beschreiben. Auf das Ranking haben diese Attribute jedoch keinen Einfluss. Ein weiterer Faktor, der Einfluss auf das Ranking nimmt, sind neben den Attributen von Google die Bewertungen des Onlineshops. Mit einer hohen Anzahl an positiven Bewertungen wird die Kaufentscheidung positiv zu Gunsten des Händlers beeinflusst.
Besonders interessant ist jedoch der Aspekt, wenn Google die 'besten' Produktangebote direkt prominent in die Suchergebnisse mit Bild, Preis und Bewertungen einschiebt. Eingebundene Ergebnisse der Google Produktsuche bestehen aus drei Produkten und nur das Produktbild des Erstplatzierten wird angezeigt. Zu jedem Produkt werden weitere Details wie Preis, Händler und Zustand dargestellt. Zudem wird ein Direktlink zu den Ergebnissen der Google Produktsuche geboten. Die Suche lässt sich durch über Filter weiter verfeinern. Damit ermöglicht Google dem Nutzer mit einem generischen Suchbegriff zu starten und sich seinem gewünschten Produkt Klick für Klick zu nähern. Dadurch hat die Google Produktsuche zusätzlich das Angebot zu stöbern und fungiert damit nicht nur als Preisvergleichsportal.
Der Nutzen von Google Products ist für einen Onlineshop riesig:
- Erhält man von Google eine prominente Platzierung, kommt es in der Regel zu einem Traffic-Anstieg auf den entsprechenden Produktseiten.
- Die Google Produktsuche hat noch einen weiteren klaren Vorteil: sie kostet nichts. Anders als viele Preissuchmaschinen, die oft auf Klick-Basis abrechnen, entstehen bei der Google Produktsuche weder für das Aufnehmen der Daten noch für die Klicks Kosten.
- Der Universal-Search-Einschub aus der Produktsuche erscheint in der Regel immer sehr weit oben in der Google Ergebnisseite und wird von den Nutzern erwiesenermaßen häufiger geklickt.
- Es wird direkt ein Produktbild angezeigt, welches die Aufmerksamkeit des Besuchers zusätzlich auf sich zieht und ebenfalls zum Klicken anregt.
- Es werden die 5 Sterne der durchschnittlichen Händlerbewertungen angezeigt - was ebenfalls die Entscheidung zum Klick wesentlich vereinfachen sollte.
Google ist in Deutschland die Suchmaschine mit dem größten Marktanteil und damit auch der erste Ansprechpartner bei Produktsuchen. Die Nutzer suchen nach einem spezifischen Produkt oder Hersteller und möchten die Angebote vergleichen können. Das generiert viel Umsatz. Denn hinter zwei von drei Anfragen für ein Produkt steht eine Kaufabsicht.
Mehr als zwei Drittel aller Shops sind in Google Products nicht zu finden
Die meisten Shops nutzen die Chance, die Google Products ihnen bietet, allerdings nicht. In einer Studie hat die auf Suchmaschinenoptimierung und -marketing spezialisierte Agentur Bloofusion ca. 4.000 Onlineshops daraufhin überprüft, ob diese ihre Produkte bereits an die Google Produktsuche übermitteln. Dabei hat die Agentur festgestellt, dass derzeit nur 30,1 Prozent der überprüften deutschen Onlineshops ihre Produkte bei Google anmelden, um von der Google Produktsuche zu profitieren. "Wir sehen bei unseren Kunden, dass die Google Produktsuche viele relevante Besucher auf Onlineshops lenken kann - und das auch noch kostenlos. Angesichts dessen erscheint es schon seltsam, dass nur ca. 30 Prozent aller Shopbetreiber diese Möglichkeit nutzen", so Agentur-Geschäftsführer Markus Hövener .Der Aufwand für Shopbetreiber ist gering
Der Aufwand, um die Produkte eines Onlineshops an Google zu übermitteln, ist insgesamt sehr gering. Der Shopbetreiber muss einen Feed bereitstellen - eine Datei, die alle Produkte des Shops inklusive Preise und Versandkosten beinhaltet. Nachdem dieser Feed im Google Merchant Center angemeldet wurde, können die Produkte auch in der Google Produktsuche gefunden werden. Shopbetreiber können so also zusätzliche Reichweite erzeugen, für die Google zumindest derzeit keine Kosten in Rechnung stellt."Die Google Produktsuche hat zwei ganz klare Vorteile: Man erhält mehr relevante Reichweite in den Suchergebnissen und es kostet nichts (abgesehen von den Kosten für die Erstellung des Feeds). Dass also derzeit nur circa 30 Prozent aller Onlineshops ihre Produkte dort listen lassen, zeigt vor allem, dass es noch sehr viel Potenzial gibt. Shopbetreiber sollten hier ihre Hausaufgaben machen und einen Produkt-Feed für Google bereitstellen.", mahnt Hövener.
Am: 06.08.2010
Zu: Google Products: Wie Google in den E-Commerce drängt
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