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Markt-Watch: Objekt-Revival

23.08.2011 Das Internet hat einst physische Objekte entmaterialisiert. In der Folge haben sich Waren wie Musik, Videos und Texte entwertet. Doch die dadurch entstandene Lücke in unserem Bedürfnishaushalt kann mit Virtualität nicht gefüllt werden.

 (Bild: twournal)
Bild: twournal

Die Folge wird eine Rückkehr des Objektes als Luxusgut sein, das die einfachen menschlichen Bedürfnisse nach Physis, Haptik und Design wieder bedient. Das Resultat ist ein analoger Gegentrend, der sich parallel zur Digitalisierung entwickelt und von ihr befruchtet wird. Mit dem verstärkten Erfolg von E-Books wird der Handel mehr und mehr Luxuseditionen populärer im Hochpreissegment sehen.

Ein Beispiel dafür ist der 3000 Euro teure, mehrere Kilo schwere Muhammed-Ali-Bildband Goat  , der dem Nutzer das Erlebnis bietet, für das es kein digitales Substitut gibt: Das Buch als dekoratives Objekt, das in die heimische Innenarchitektur integriert, ausgestellt, ausgekostet wird. Auch aufwändig gestaltete DVD-Boxen wie beispielsweise als Harry-Potter-Burg aufgemachte CD-Schuber gehören in diese Kategorie.

Solch hochgezüchtete Luxus-Varianten bestehender Produkte gab es schon immer. Doch darüber hinaus eignen sich aber auch bisher rein digitale Produkte zunehmend eine Physis an: Der Social-Media-Feed kann als personalisiertes, gebundenes Buch bestellt werden (Twournal   bietet diesen Service für Twitter   an), die Profilfotos sämtlicher Freunde bei Facebook   werden auf den individuellen Kaffeebecher aufgedruckt oder als Schlüsselanhänger herausgebracht (wie es Crowded­Ink   anbietet).

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