Jetzt zum Webinar anmelden
Agenturwert berechnen
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Trend Multiscreen: Paradigmen-Wechsel bei der Videowerbung
14.05.2010 Mit der Ausbreitung auf eine Vielzahl von Endgeräten kann Video-Werbung den endgültigen Durchbruch erfahren. Auf diesen Paradigmenwechsel sollten sich Agenturen schon jetzt einstellen, um den Shift nicht zu verpassen.
Der Run aufs Bewegtbild speist sich aber vor allem aus der wachsenden Bandbreite und dem gestiegenen Nutzerinteresse, wie Analysen wie die von Eyeblaster belegen. Danach hat sich die Zahl der Video Impressions in den vergangenen dreieinhalb Jahren sogar verzehnfacht. Für Werbetreibende aber noch wichtiger: Werbeformate wie Banner, Floating oder 'In-Stream Ads', die Videos enthalten, werden durchschnittlich um 20 Prozent häufiger und doppelt so lange genutzt als Rich-Media-Formate ohne Video. Das weckt Begehrlichkeiten.
Das besondere am Video via Internet beschrieb der Geschäftsführer von SPIEGELnet und Spiegel TV und Verlagsleiter des Spiegel-Verlags Fried von Bismarck auf dem Expertenforum der VDZ Zeitschriftenakademie zu Web TV und Video in Hamburg so: "Man kann sehen, was man will. Und man kann es so sehen, wie man es will." Dieser proaktive Zugriff durch Nutzer auf das Medium macht es für Werbetreibende besonders attraktiv.
Video-Werbung zeitgleich auf allen Screens
Diese Attraktivität wird sich künftig weiter steigern. Denn jetzt ist die Auslieferung von VideoAds zeitgleich in einheitlichem Format auf einer Vielzahl von Endgeräten machbar:
- Ein Spot kann sowohl auf PCs und Smartphones gezeigt werden,
- er läuft auch auf internetfähigen Hybrid-Fernsehgeräten,
- über Settop-Boxen, Spielekonsolen wie Sonys PlayStation 3 oder Nintendos Wii
- sowie auf portablen Devices (etwa Sonys PSP, Apples iPad).
Die Technik dahinter ist "äußerst komplex", lobt Kathrin Müller von Smartclip. Immerhin müssen diverse Systeme auf eine einheitliche Plattform gebracht werden: Allein die verschiedenen Hersteller von internetfähigen TV-Geräten setzen auf jeweils eigene Lösungen für Web und Web-TV. Für die Konvertierung des HD-Video-Ausgangsmaterials auf die verschiedenen Bildschirmformate und -auflösungen werden Tools von Eyewonder verwendet. Das System stellt zudem bei der ersten Kontaktaufnahme durch den Nutzer automatisch die Art der Anbindung und die optimale Bandbreite fest, um dann das Bewegtbild entsprechend angepasst auszuliefern. Ein gutes halbes Jahr habe man intensiv an dieser Lösung gearbeitet, berichtet Kathrin Müller.
Der Kunde äußert sich begeistert: "Wir müssen unseren Zielgruppen entgegenkommen und sie da ansprechen, wo sie sich auch online aufhalten", erläutert Stefanie Gauger , Bereichsleiterin Marken- und Kundenkommunikation bei Otto. "Für viele junge Menschen ist es mittlerweile selbstverständlich, Videos aus dem Web auf ihrem Smartphone, der Spielekonsole oder dem Fernseher aufzurufen. Mit der Multiscreen-Kampagne beweisen wir einmal mehr unsere Innovationskraft und sind fest davon überzeugt, dass dies ein erster von vielen Meilensteinen in der Markenkommunikation von morgen ist."
Paradigmenwechsel von Lean Back zu proaktivem Konsum
Tatsächlich kann diese Neuerung den endgültigen Paradigmenwechsel für das Medium Video bedeuten: Bewegtbilder lösen sich von den herkömmlichen Geräten und Übertragungswegen und werden ubiquitär. Zudem ändert sich, wie bereits erwähnt, das Nutzungsverhalten. Der Shift des Konsums bei jüngeren, netzaffinen Zielgruppen vom TV-Vollprogramm als Lean-Back-Medium hin zum aktiven Konsum von Videos und Web-TV ist bereits im Gang. Aber auch die Verwendung von mobilen Devices zum Betrachten von Videos kommt nach Jahren vergeblichen Mühens in Sachen Handy-TV in Fahrt. Selbst Besitzer von Konsolen wie der PS3, lange mehrheitlich Netzmuffel, gehen nun verstärkt über diesen Kanal ins Netz.
Für die Werbung sind die Folgen dieser Entwicklung nur zu erahnen. Während Fensehzuschauer dem teuren Werbeblock gern entfliehen, werden die Video-Ads tatsächlich gesehen und akzeptiert. Noch halten sich Media-Agenturen zurück, weil Reichweiten fehlen. Zudem lässt sich an den schmaleren Budgets im Web vergleichsweise weniger Provision abschöpfen als bei der teuren TV-Werbung.
Das riesige Potenzial der Video-Ads in interaktiven Medien wartet
Doch die Vorteile überwiegen: In der Werbekommunikation via Video-Kampagne lassen sich Kunden "in der Ansprache wesentlich individueller erreichen", ist Kathrin Müller überzeugt. Bei präziser Ansprache in einem definierten Umfeld wird Wirkung steigen. Auch in der Gestaltung und Länge eines Spots bieten sich entschieden mehr Freiheiten - ein Spot muss nicht mehr 20 bis 30 Sekunden lang sein wie im alten TV. Weiterer Pluspunkt: Eine direkte Anbindung zum E-Shop wie im Fall von Otto.de ist bei den meisten Geräten heute problemlos machbar.
Da diese Entwicklung erst am Anfang steht, sind noch Lernprozesse zu absolvieren. Bei Smartclip etwa hat man festgestellt, dass "in den Kreativagenturen das Verständnis für dieses Format noch optimierbar ist". Weiteres Problem: Die Nutzer lassen sich nicht über alle Gerätegattungen hinweg eindeutig identifizieren, Frequency Capping etwa ist somit nur eingeschränkt möglich. Zur Lösung dieses Problems gebe es viele Ideen, aber leider "noch keine Lösung", bedauert Kathrin Müller.
