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Datenschutz: Deutsche sehen Datennutzung durch Unternehmen gelassen
08.05.2015 Die Deutschen haben offenbar weniger Angst vor der Datensammelwut als angenommen. Aber sie erwarten, dass der Prozess transparent ist, die Daten anonym erhoben werden und dass sie einen konkreten Nutzen aus der Analyse ihres Kaufverhaltens ziehen.
Mehr als 70 Prozent der 1.000 in der Online-Studie befragten Bundesbürger sind sich zudem bewusst, dass sie mit dem Gebrauch ihres Smartphones und kostenlosen Anwendungen (Apps) einer weitgehenden Nutzung ihrer Daten zustimmen. Eine anonyme Datensammelwut von Unternehmen und die heimliche Auswertung ihres Konsumverhaltens lehnen die Befragten zwar deutlich ab (60 Prozent). Wenn sie sich aber sicher sind, dass der Prozess transparent ist und die Daten anonym erhoben werden, stimmen sie einer solchen Analyse durchaus zu (70 Prozent). Sie erhoffen sich hieraus, dass Unternehmen ihr Konsumverhalten besser verstehen und das Angebot besser auf ihre Bedürfnisse ausrichten können (67 Prozent).
"Kunden gehen heute viel bewusster und differenzierter mit dem Thema Datenschutz um, als wir bisher angenommen haben", analysiert der Unternehmensberater Felix Stöckle die Ergebnisse der Umfrage. Den Kunden sei vor allem wichtig, dass sie für die Offenlegung und die Auswertung ihrer Daten einen entsprechenden Mehrwert erhielten - etwa durch gezieltere Kommunikation und Angebote. Oberstes Gebot sei allerdings, dass die Unternehmen offen und transparent mit dem Thema umgingen.
Befragt wurden Bundesbürger auch zu den vermeintlichen Auswirkungen der Analyse großer Datenmengen auf die Unternehmen und den eigenen Arbeitsplatz. Danach erhofft sich eine Mehrheit von 55 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, dass Big Data die digitale Transformation ihrer Unternehmen fördert und damit auch ihren Arbeitsplatz sicherer macht. Allerdings sehen die Befragten auch die Gefahr, dass Arbeitsplätze dadurch monotoner und weniger kreativ werden könnten. Vom Unternehmen heimlich beobachten lassen wollen sich die Arbeitnehmer auf keinen Fall. Für sie kommen nur Arbeitgeber in Frage, die den Umgang mit Big Data gegenüber Kunden und Mitarbeitern transparent machen (61 Prozent).
