Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Warum eine Paketsteuer kontraproduktiv wäre
06.08.2021 Wie absurd die Idee ist, wird erst dann vollständig offensichtlich, wenn Raoul Rossmann sein Online-Engagement verstärken würde und dann selbst zur Kasse gebeten würde.
In München schließt zum Beispiel gerade Kaut-Bullinger, ein seit 200 Jahren bestehendes Traditionskaufhaus für Büro- und Künstlerbedarf, sein Stammhaus. In bester Innenstadtlage. Mir tut das im Herzen weh. Schon als Kind habe ich mich dort öfter herumgedrückt, später habe ich immer dort eingekauft, wenn es etwas Besonderes sein sollte. Als ich meine journalistische Laufbahn begann, habe ich mir dort beispielsweise einen schönen Stift gegönnt, den ich heute noch habe (und der gerade jetzt neben mir auf dem Schreibtisch liegt). Ich habe also durchaus eine emotionale Bindung.
Trotzdem muss man zugleich auf die betriebswirtschaftlichen Fakten sehen: Zuletzt hat Kaut-Bullinger 90 Prozent seines Umsatzes online und im B2B-Vertrieb gemacht. Meine letzte Tonerkartusche, die ich bei Amazon bestellt habe, wurde - zu meiner großen Überraschung - beispielsweise von Kaut-Bullinger verkauft. Klar: Im Vergleich zum Vor-Ort-Einkauf völlig stillos.
Aber nun zur Gretchenfrage: Was wäre passiert, wenn Kaut-Bulliger auf 90 Prozent seiner Umsätze (nämlich dem Online-Anteil) eine Paketsteuer hätte zahlen müssen? Hätte die Gruppe dann ihre seit Jahren defizitäre Innenstadtlage eher früher oder eher später geschlossen? Wäre das Münchner Stammhaus dadurch länger am Leben geblieben? Ich habe da eine ganz klare Vermutung.
