Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Website-Sperrsystem in NRW funktioniert nicht
16.05.2002 (iBusiness) Der Versuch der Bezirksregierung Düsseldorf, Nazipropaganda und andere illegale Inhalte im Internet sperren zu lassen, lässt sich auf absehbare Zeit technisch nicht umsetzen.
Das Projekt beruht auf der umstrittenen Rechtsauffassung des Düsseldorfer Regierungspräsidenten Jürgen Büssow, der Mediendienstestaatsvertrag verpflichte sie zu "Sperrungen" von illegalen Internet-Inhalten in ganz Nordrhein-Westfalen. Von den Ergebnissen des Feldversuches, der bis zum 30. April dieses Jahres begrenzt war, wollte sie das weitere Vorgehen abhängig machen. Gegen die Beschränkung der Informationsfreiheit hatten bereits im April etwa 400 Netzbewohner in einem breiten Bündnis in Düsseldorf auf einer Demonstration des CCC protestiert (iBusiness berichtete).
"Die Maßnahmen der Bezirksregierung haben sich offenbar selbst bei wohlwollender technischer Betrachtung als sinnfreier Aktionismus herausgestellt. Jetzt ist es allerdings notwendig, auf breiter gesellschaftlicher Basis sich mit Problemen wie Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit auseinanderzusetzen, die man durch Filter nicht löst", so Andy Müller-Maguhn, europäischer Vertreter im Internetregulierungsgremium ICANN und CCC-Sprecher.
Das Vorhaben der Bezirksregierung Düsseldorf war auf massive Kritik gestoßen. Kritiker lehnen die Sperranweisung als verfassungswidrige Zensur ab, die nur durch eine totalitäre Überwachung des Telekommunikationsverkehrs der Bürger umgesetzt werden könne. Am heutigen Donnerstag nachmittag sollen die Ergebnisse des Projektes in Düsseldorf offiziell vorgestellt werden.
Dagegen scheint Webwasher mit seinem Filterprojekt für die Stadt Paderborn erfolgreicher gewesen zu sein. Die Stadt setzt in ihrem Projekt 'Lernstatt Paderborn' ab sofort die Filter-Software 'WebWasher EE' ein, um alle allgemeinbildenden Schulen in Paderborn vor problematischen Inhalten aus dem Internet zu schützen.
Damit trage die Stadt Paderborn "als erste Kommune in Nordrhein-Westfalen den wachsenden Anforderungen aneine pädagogisch sinnvolle und jugendgerechte Internet-Nutzung durch eine technische Präventivmaßnahme Rechnung". Illegale, gewaltverherrlichende und Jugendschutz-relevante Inhalte könnten jetzt erstmalig wirkungsvoll und flächendeckend aus den Klassenzimmern verbannt werden.
