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KI und Jobs

KI-Jobangst trifft Digitalagenturen besonders - Kompetenz ist schuld

31.08.2026 Je digitaler die Arbeit, desto größer die Sorge, dass KI Tätigkeiten übernimmt. Denn: Je mehr Kenntnis und Kompetenz in Sachen KI - desto Panik, sagt eine Studie.

 (Bild: ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
Damit geraten gerade typische Agenturdisziplinen wie Content, Entwicklung, Analyse und Social Media in den Fokus. Für Digitalagenturen macht der KI-Monitor deutlich, dass Weiterbildung und eine aktive Neuverteilung von Aufgaben zunehmend zur strategischen Aufgabe werden - und vor allem ein Change Management, das Vertrauen schafft.

Die Kernaussage der Studie: Je besser Beschäftigte verstehen, wie Künstliche Intelligenz funktioniert, desto größer ist ihre Sorge, durch KI beruflich unter Druck zu geraten oder sogar den eigenen Job zu verlieren. Das zeigt der aktuelle KI-Monitor 2026   der TU Darmstadt  , für den in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov   mehr als 2.000 Menschen in Deutschland repräsentativ befragt wurden. Für Digitalagenturen ist vor allem relevant, dass die Sorge besonders Beschäftigte trifft, deren Arbeitsergebnisse stark digitalisierbar sind.

Am stärksten ist mit der Angst vor einem Arbeitsplatzverlust laut Studie die KI-Affinität der Befragten verbunden: Je besser Menschen verstehen, wie Künstliche Intelligenz funktioniert und was damit bereits möglich ist, desto größer ist ihre Sorge, durch KI beruflich unter Druck zu geraten oder sogar den eigenen Job zu verlieren. Rund 43 Prozent der Menschen mit sehr gutem KI-Know-how rechnen demnach damit, dass KI demnächst ihre Arbeit übernehmen könnte.

"Das ist ein bemerkenswertes und gleichzeitig beunruhigendes Ergebnis", erklärt Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TU Darmstadt und Projektleiter des KI-Monitors. "Denn viele Debatten beruhen auf der Annahme, dass Sorgen vor allem eine Folge mangelnder Information seien. Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein: Wer KI am besten versteht, erkennt auch am deutlichsten ihre Sprengkraft." Die Daten zeigen zudem, dass nicht die Branche entscheidend für die Sorge vor Jobverlust ist. Vielmehr geht es darum, ob die Ergebnisse der eigenen Arbeit digitalisierbar sind. Wer vor allem Texte, Analysen, Berichte, Präsentationen, Programmcodes oder andere digitale Arbeitsergebnisse erstellt, sorgt sich deutlich stärker als Menschen, deren Tätigkeit stärker von physischer Präsenz geprägt ist.

Damit betrifft die Entwicklung zahlreiche Tätigkeiten in Digitalagenturen besonders unmittelbar. Strategie, Kreation, Entwicklung, Content, Social Media und Analyse gehören zu den Bereichen, in denen sich Arbeitsergebnisse weitgehend digital erzeugen und damit zumindest teilweise automatisieren lassen. "Das gilt für die meisten Branchen und ist auch nachvollziehbar", erläutert Buxmann. "Anwälte, Softwareentwicklung, Social-Media-Experten sind eben viel stärker von der GenAI-Revolution betroffen als Handwerker oder Krankenschwestern."

Die weiteren Ergebnisse des KI-Monitors

  • KI ist im Alltag angekommen, aber nicht bei allen Menschen. Typische Nutzende sind jung, gut ausgebildet und überwiegend männlich.
  • Deutschland hat eine KI-Weiterbildungslücke: Nur 15 Prozent der Befragten haben bislang an einer KI-Weiterbildung teilgenommen.
  • Reale Risiken wie Halluzinationen und Datenschutzrisiken bereiten den Befragten die größten Sorgen. Eine künftige Superintelligenz halten dagegen nur vier von zehn Teilnehmenden für wahrscheinlich.
  • Jüngere Menschen machen sich größere Sorgen um ihren Arbeitsplatz als ältere. Insgesamt stieg diese Besorgnis im Vergleich zu 2025 in allen Arbeitsgruppen.

Mit Blick auf die Ängste vor einem Jobverlust durch KI geht Buxmann davon aus, dass generative KI zwar auch neue Tätigkeiten hervorbringen werde, jedoch vermutlich nicht annähernd in dem Maße, wie Stellen wegfallen. Damit rückt neben der technischen Einführung von KI insbesondere die Qualifizierung von Beschäftigten in den Mittelpunkt - auch für Agenturen, die Unternehmen bei der KI-Transformation begleiten. Die Diskussion sei zudem keine rein ökonomische. "Wer seine Arbeit verliert, verliert nicht nur Einkommen, sondern häufig auch ein Stück sozialer Teilhabe und persönlicher Orientierung", betont Buxmann. "Unternehmen und Politik sind gefordert, den Sorgen nicht mit Beschwichtigung zu begegnen, sondern mit Qualifizierung und ehrlichen Antworten auf die Fragen der Arbeitswelt von morgen."
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