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Auch BVDW wehrt sich gegen Schily-Pläne

24.03.2005 (iBusiness) Die Idee des Bundesinnenministers Otto Schily (SPD), die Daten von Telefon- und Internetverbindungen nicht wie bisher 80 Tage, sondern mindestens ein Jahr lang speichern, hat in der Branche und den politischen Gremien für heftige Ablehnung gesorgt. Der Bundesverband der digitalen Wirtschaft (BVDW) reagiert nun mit Empörung auf das Bestreben des Ministers, sein Anliegen nach dem Scheitern vor den bundespolitisches Gremien mit Hilfe der europäischen Union durchzusetzen.

"Im Fahrwasser der Terrorismusbekämpfung wird hier der Versuch unternommen, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung auszuhebeln. Die Speicherung der Daten würde die Grundrechte der EU-Bürger einschränken, indem man sie pauschal unter Terrorismusverdacht stellt," kommentiert BVDW-Präsident Arndt Groth.

Der BVDW sieht noch ein anderes Fiasko, das auf die Branche zukommen würde, falls ein entsprechender Rahmenbeschluss durch den EU-Ministerrat verabschiedet wird: Hohe Zusatzkosten, die den Providern entstehen würden. Der Verband geht davon aus, dass durch die entstehende "gigantische" Datenmenge die Provider mit Zusatzkosten belastet würden, die bis in dreistellige Millionenhöhe gehen könnten. Geld, das für Investitionen in Innovation und Weiterentwicklung neuer Produkte fehlen würde.

Es sei viel viel wichtiger und sinnvoller, die schon vorhandenen Möglichkeiten effektiver zu nutzen. "Das setzt allerdings die Bereitschaft voraus, die eigenen Ressourcen zu verbessern, anstatt die freie Wirtschaft zu Handlangern von Politik und Justiz umfunktionieren zu wollen. Ihnen hierfür auch noch die Kosten aufbürden zu wollen, ist schlicht dreist", insistiert Groth. Den die Frage nach der Entschädigung für die durch die Datenspeicherung und Recherche entstandenen Kosten sei derzeit offen.

Vor dem BVDW hatten bereits ECO und BITKOM die Pläne kritisiert.

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