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Blindenverband: Parteien lassen Blinde online im Dunkeln stehen
07.09.2005 (iBusiness) Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband bemängelt die schlechte Seitenprogrammierung von Partei-Webseiten. Eine Analyse hat ergeben, dass selbst die am besten getestete Parteiseite für Sehbehinderte nur eingeschränkt zugänglich ist.
"Die Seiten sind durchweg stark verbesserungswürdig", fasst BIK-Projektleiter Karsten Warnke das Ergebnis zusammen. Während man die Internetseiten der Partei 'Die Linke.PDS' und der SPD noch mit 'eingeschränkt zugänglich' bewerten könne, seien die Internetauftritte der anderen Parteien für behinderte Menschen nur schlecht oder sehr schlecht nutzbar.
Laut dem DBSV erschließen sich die Seiten der Grünen nur den Internetnutzern, die gut mit der Maus umgehen können. Blinde und sehbehinderte Menschen seien aber auf die Tastatur angewiesen. Unionsparteien, Linkspartei und SPD arbeiten laut der Analyse mit Pop-Ups, die besonders blinden Menschen die Orientierung schwer machen. Generell als zu unübersichtlich für behinderte Menschen bewertet der Verband die Seiten von CDU und CSU. Einzig auf den Seiten der SPD können sehbehinderte Nutzer die Schriftgröße anpassen. "Gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen, die Wahlveranstaltungen nur sehr schwer besuchen können, wären Internetseiten eigentlich eine ideale Hilfe für die Wahlentscheidung", kommentiert DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke die Ergebnisse nüchtern.
| Bewertung der Partei-Sites nach Blindenfreundlichkeit | |||
|---|---|---|---|
| Partei | URL | Punkte | Bewertung |
| Die Linke.PDS | www.linkspartei.de | 81,5 | eingeschränkt zugänglich |
| SPD | www.spd.de | 80,0 | eingeschränkt zugänglich |
| FDP | www.fdp.de | 74,5 | schlecht zugänglich |
| CSU | www.csu.de | 69,0 | schlecht zugänglich |
| Bündnis 90/ Die Grünen | www.gruene.de | 65,0 | schlecht zugänglich |
| CDU | www.cdu.de | 59,0 | schlecht zugänglich |
Quelle: BIK
Den Test mussten sich die Seiten von SPD, CDU, CSU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und 'Die Linke.PDS' stellen. Als Maßstab dienten die von der Bundesregierung erlassene 'Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung', die für alle Bundesbehörden seit Juni 2003 verbindlich sind.
