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Handy-TV-Markt ist eine halbe Milliarde Euro schwer

10.11.2005 (iBusiness) Die Konsumenten sind bereit, für Fernsehen via Handy zu bezahlen. Davon ist das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Goldmedia überzeugt und beziffert das Umsatzpotenzial für 2010 in Deutschland auf 450 Millionen Euro.

Laut den Analysten von Goldmedia    sei derzeit deutlich zu spüren, dass Mobilfunk- und Inhalteanbieter großes Interesse an der Einführung von TV-Angeboten für Handys hätten. Aber auch das Votum der Nutzer falle positiv aus. Pilotversuche hätten verdeutlicht, dass es für Mobile-TV ein großes Nutzerpotenzial gibt.

Während die Interessen für bisherige mobile Entertainment-Angebote wie Klingeltöne, Logos oder Spiele auf bestimmte Nutzergruppen beschränkt seien, sei für Handy-TV mit einer wesentlich breiteren Akzeptanz zu rechnen. In verschiedenen europäischen Repräsentativ-Erhebungen hätten sich bis zu bis zu 80 Prozent der Befragten positiv zu Mobile-TV-Angeboten geäußert. Die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft hat dabei von 5,00 bis 12,50 Euro monatlich gereicht.

Wie die Goldmedia-Analysten meinen, kann Mobile-TV außerdem das Mediennutzungsverhalten durch seine Allgegenwärtigkeit, durch Personalisierungsoptionen und die Integration interaktiver Elemente nachhaltig beeinflussen. War Fernsehen bislang weitgehend auf den häuslichen Bereich beschränkt, sei für das mobile Fernsehen ein häufigerer, jeweils kürzerer und über den Tag verteilter Fernsehkonsum zu erwarten.

Auf dieses, sich verändernde Nutzungsverhalten müssten sich auch die Inhalteanbieter einstellen, rät Goldmedia. Denn die Nutzungsszenarien beim mobilen TV seien nur mit wenigen Programmkategorien des stationären Fernsehens unmittelbar kompatibel. Zumindest eine Anpassung der Inhalte sei deshalb zwingend erforderlich. Als sinnvoll betrachtet Goldmedia darüber hinaus die Produktion neuer, passgerechter Programmformate.

T-DMB Frequenzen sind nahezu bundesweit verfügbar, so dass kommerzielle Dienste hierüber bereits ab 2006 denkbar sind. Ein Mobile TV-Angebot über DVB-H könnte hingegen frühestens ab 2007, insbesondere in den Ballungsräumen beginnen und dabei eine wesentlich größere Programmvielfalt erlauben. Dennoch müssten sich die beiden Übertragungstechnologien nicht zwangsläufig ausschließen: Ein mögliches Entwicklungsszenario ist laut Studienautor Andreas Klein, dass beide Übertragungstechnologien zunächst parallel betrieben werden und später mittels DXB technisch konvergieren.

Für die Einführung von Mobile-TV werden in der Studie außerdem verschiedene Rollout-Szenarien beschrieben. Im realistischen Falle geht Goldmedia von einem Marktstart 2007 aus, wobei mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Pay-Modell umgesetzt wird. Für das Jahr 2010 prognostiziert Goldmedia einen Umsatz auf Ebene der Endkunden von rund 450 Millionen Euro.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Marktanalyse 'Mobile TV 2010. Marktpotenzial für mobiles Fernsehen über T-DMB und DVB-H in Deutschland', die Goldmedia basierend auf bestehenden Studien und der Beobachtung der Marktentwicklung durchgeführt hat.

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