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AOL dementiert Entlassungen
04.08.2006 (iBusiness) Eine "Fehlinterpretation" nennt AOL eine Reuters-Meldung über den Stellenabbau bei dem Internet-Dienstleister. Meldungen über Entlassungen in Europa und Deutschland seien "reine Spekulation". Tatsächlich aber sind die Zeiten von einem Viertel der AOL-Mitarbeitern bei AOL gezählt.
Auf Nachfrage von iBusiness bei AOL Deutschland spricht der Konzern allerdings von einer Fehlinterpretation, wenn Medien über Entlassungen spekulierten. Jon Miller, AOL-Chef in den USA, habe lediglich angekündigt, dass künftig rund 5.000 Mitarbeiter nicht mehr für AOL tätig sein werden. Die im Rahmen des Internet-Zugangsgeschäftes beschäftigten Mitarbeiter sollen an die Firmen, die den Geschäftsbereich erwerben, übergehen. Diese könnten dann ja auch die Arbeitsplätze halten, so die unterschwellige Botschaft.
Ein AOL-Sprecher aus Hamburg versuchte, die Wogen zu glätten. Da die Verhandlungen zum Verkauf des Internetzugangsgeschäftes noch liefen, könne man momentan noch nicht sagen, wie sich der Verkauf auswirken werde: "In Deutschland kann man deshalb noch nicht von einem Stellenabbau sprechen. Alles dazu ist reine Spekulation."
Wieviele Mitarbeiter im Internetzugangsgeschäft europaweit tätig sind, weiß AOL nach eigener Aussage selber nicht. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten in Europa insgesamt rund 3.000 Mitarbeiter, 1.500 davon an den Standorten Hamburg, Duisburg und Saarbrücken.
Für das Internet-Zugangsgeschäft von AOL Deutschland seien neben United Internet und Freenet die Telecom Italia, KPN und Versatel für die nächste Bieterrunde ausgewählt worden, hatte Reuters gemeldet. Mitte August würden die Gebote in der zweiten Runde erwartet. Für das britische AOL-Zugangsgeschäft böten BSkyB, Orange und Carphone Warehouse. In exklusiven Gesprächen für das französische Zugangsgeschäft von AOL ist Neuf Cegetel. Unabhängig vom ausgewählten Anbieter erscheint es unwahrscheinlich, dass bei einem Provider-Merger alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Rationalisierungsmaßnahmen sind bei solchen Übernahmen üblich.
Gleichzeitig mit dem geplanten Stellenabbau hatte der AOL-Mutterkonzern Time Warner einen Stratgiewechsel angekündigt. So sollen Breitbandkunden künftig EMail-Services und weitere Multimedia-Dienste kostenlos nutzen können. AOL-Chef Jonathan Miller erhofft sich davon, die Geschäftsbeziehungen zu diesen Kunden und jenen, die zu Breitband wechseln wollen, zu festigen. So sollen beispielsweise Kunden, die in den vergangenen zwei Jahren AOL den Rücken gekehrt haben, voraussichtlich ab September ihre alte EMail-Adresse reaktivieren können. Die Hoffnung: Eine Erhöhung der Werbeeinnahmen, den künftig will sich AOL stärker aufs Online-Werbegeschäft konzentrieren.
