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Die Doppelstrategie der Filmbranche

29.03.2007 Jetzt wehrt sich der erste deutsche Content-Anbieter gegen die illegale und kostenlose Massenverbreitung seiner Inhalte auf Video-Portalen. Aus seiner Sicht zu Recht. Die Situation ist allerdings heikel. Sind doch die Unternehmens-Strategien längst nicht mehr so eindeutig wie noch vor ein paar Jahren.

Es ist nicht lange her, da hat die Musikindustrie die kostenlose Musiktauschbörse Napster rechtlich in die Knie gezwungen. Das Napster-Konzept beruhte in seinem Fundament auf keinem anderem als heute die Video-Plattformen. Obwohl inzwischen Jahre ins Land gegangen sind: Bei den Nutzern Nutzer hat sich die Einstellung zu urheberrechtlich geschütztem Material wenig bis garnicht geändert. Im Gegenteil, im Internet herrscht heute mehr denn je Anarchie, wenn es um Inhalte geht.

Die Contentanbieter sind heute jedoch anders als bei Napster hin- und hergerissen: Zum einen ärgern sie sich, dass die Video-Portale mit ihren Inhalten (wenn auch nur werbefinanziert), Geld verdienen. Zum anderen sind die Videoportale schon längst ein erfolgreiches Instrument für Filme und TV-Serien geworden. Wer hier Beachtung findet, hat in der Regel ein riesigen Medienrummel gewonnen.

Nur so lässt sich meiner Meinung nach erklären, warum alle Medienkonzerne derzeit so eifrig mit den Portalbetreibern einerseits kungeln und sie andererseits schlagen. Die juristische Karte wird immer dann gespielt, wenn man entweder mit den Videoportale nicht ins Geschäft kommt oder die Verhandlungen zäh laufen.

Momentan geht es darum, wer 2009 die Nase vorne hat. Die Doppelstrategie dürfte dafür sorgen, dass es bald nur um dem Verdrängungskampf am Markt geht. Mit Napster hat die Unterhaltungsindustrie einen Geschäftseinbruch verbunden. Bei Youtube und Co wollen alle mitverdienen. Das und das große Interesse der Werbeindustrie dürfte für das Überleben der Plattformen sorgen. Doch ohne den Zugriff auf die Filmarchive der Entertainment-Riesen ist langfristig kein Geld zu verdienen. Zumindest, wenn man sich als Videoportal-Anbieter nicht in einer Nische - heißt sie Porno oder Regionalfilm - festsetzen will.
Thema:

Video-Plattformen: Erste Urheberrechtsklagen jetzt auch in Deutschland

Mit den Pay-TV-Sender Goldstar und Hit24 gehen jetzt die ersten beiden deutschen Sender juristisch gegen Anbieter von Online-Videoplattformen vor. Im Visier haben die TV-Anbieter neben Platzhirsch YouTube auch deutsche Videohoster. Die Argumente der TV-Sender: Auf den Videoportalen werden ihre Urheberrechte verletzt.

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Kommentar von Susan Rönisch

Die Doppelstrategie der Filmbranche

Jetzt wehrt sich der erste deutsche Content-Anbieter gegen die illegale und kostenlose Massenverbreitung seiner Inhalte auf Video-Portalen. Aus seiner Sicht zu Recht. Die Situation ist allerdings heikel. Sind doch die Unternehmens-Strategien längst nicht mehr so eindeutig wie noch vor ein paar Jahren.

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