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Die nächste KI-Generation kommt noch in dieser Woche - und sie kann logisch denken
16.04.2024 Llama 3 soll erst in zwei kleineren Versionen erscheinen. Chat-GTP 5 wird "bald" online gehen, so OpenAI.
Ernst zu nehmen sind die Ankündigungen von OpenAI und Meta, in Kürze mit neuen Versionen ihrer populären KI-Modelle auf den Markt zu kommen. "The Information" beruft sich auf einen Mitarbeiter des Facebook-Mutterkonzerns, der Llama 3 noch für diese Woche ankündigt. Und Chat-GPT 5, die nächste KI-Version von OpenAI, soll "bald" erscheinen, schreibt die "Financial Times" . In früheren Berichten war vom Sommer als Veröffentlichungstermin die Rede, jetzt klingt es, angetrieben durch Meta, nach einem früheren Datum.
Die neue KI bucht Reisen und erkennt kaputte Kaffeemaschinenteile
Der große Sprung: Die neuen Versionen sollen zu logischem Denken fähig sein und frühere Anfragen besser mitverarbeiten. Metas oberster KI-Wissenschaftler Yann Le Cun sagte kürzlich, dass bisherige Modelle schlicht ein Wort ans andere setzen würden, und das solle sich dahingehend ändern, dass die KI dann etwa ganze Reisen buchen kann, von Haustür zu Hoteltür, mit allen Tickets. Oder dass die Ray-Ban-Brille von Meta, mit KI angereichert, erkennen würde, was an der Kaffeemaschine, die gerade nicht läuft, kaputt sei. Ein Kinderspiel, dann noch die entsprechende Reparaturanleitung einzublenden.Ok, also logisches Denken. Freuen wir uns drauf. Ein Partner, der unpräzise Angaben verzeiht, mitdenkt und anvertraute Aufgaben wirklich zeitsparend löst. Gut. Nichts dagegen. Aber leider haben die vielen Zauberlehrlinge auch diesmal nicht bedacht, was schon beim alten Goethe schiefging. Das Wasser verteilt sich im ganzen Haus, "und hundert Flüsse stürzen auf mich ein".
Millionen schreiben ihre Seminararbeiten mit KI
Einer davon: Studierende geben ihre Hausaufgaben in eine KI ein. Bis zu dem Punkt, an dem sie exmatrikuliert werden. Ganze Jahrgänge seien deshalb bereits leergefegt worden, schreibt die Financial Times unter Berufung auf einen "britischen Akademiker". Und zitiert aus einer Untersuchung von Turnitin, einer Software zur Aufdeckung von Plagiaten, derzufolge 11 Prozent von global über 200 Millionen untersuchten Uniarbeiten Anzeichen von KI-Unterstützung zeigen. 3 Prozent haben einen KI-Anteil von mindestens 80 Prozent. Immerhin: Einleitung und Schlussteil stammen also von Menschen (Sarkasmus, sorry!). Die gute Nachricht: Turnitin zufolge seien die Nutzungsraten von KI stabil geblieben, seit die Software vor einem Jahr online ging. Ein Zeichen von Einsicht? Oder bringt das Fälschen nichts? Jedenfalls: Das Problem wird angesichts neuer KI-Generationen eher nicht von selbst verschwinden.Nacktfoto-KI-Apps gehen an US-Schulen um
Dabei sind andere Phänomene noch viel abgründiger: "Nudification"-Apps sorgen in den USA für Alarmstimmung. Die "New York Times" berichtet von einer Highschool in New Jersey, an der Schüler sexuell explizite Deepfake-Fotos von ihren minderjährigen Klassenkameradinnen herumschickten. Hilfreich waren ihnen dabei obige KI-Werkzeuge. Die Zeitung nennt weitere Fälle aus Beverly Hills und aus der Nähe von Seattle. Disziplinarmaßnahmen bis zum Ausschluss aus der Schule sind angedroht oder bereits ausgeführt. Noch entscheidet jede Schule selbst, wie sie damit umgeht.Wie sagte Amazon-CEO Andy Jassy kürzlich in seinem jährlichen Brief an die Investoren? KI sei die größte technologische Transformation seit dem Internet. Dass sie ausschließlich im Guten angewendet wird, ist bereits heute ausgeschlossen.
KI-Startups kopieren ChatGPT & Co.
Was nicht zuletzt auch die KI-Unternehmen selbst beweisen. Einem Bericht zufolge nutzen viele KI-Startups die Technologie von ChatGPT und anderer KI-Anbieter, um ihre eigenen Modelle damit zu trainieren. Kopieren X.O. im größtmöglichen Maßstab. Daten werden immer weiter herumgereicht, von den mutmaßlichen Erstanwendern wie OpenAI und Google bis hin zu Trittbrettfahrern, die wiederum deren Technologie einsetzen, um eine eigene zu entwickeln. Wenn davon überhaupt die Rede sein kann. Oder drehen sich hier nicht vielmehr die immer gleichen Informationen im Kreis? Letztlich schreibt jeder ab.Hoffnung machen die Anfänge des Internets
Ob die nächste KI-Generation hier neue Impulse setzt? Selbst Google galt anfangs noch als minderwertige Informationsquelle, die das wesentliche Wissen nicht verlinkte. Aber das war eben einfach nur noch nicht digitalisiert. Nachschlagewerke, Zeitungen, Unternehmensinformationen, das alles war Anfang der Nullerjahre lange Zeit nur analog verfügbar. Das Internet veränderte die Welt ebensowenig über Nacht wie jetzt vielleicht die KI.
Christian Gehl, iBusiness-Analyst
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