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Trotz erwarteten Umsatzeinbruchs - Affiliates sehen sich als Gewinner der Krise
02.11.2022 60 Prozent der Unternehmen sehen das Affiliate-Marketing aufgrund des Performanceansatzes als Branchengewinner der Rezession.
Rund 1,55 Milliarden Euro werden laut dem "German Digital Advertising Latecast 2022" der Omnicom Media Group Germany dieses Jahr an Werbeausgaben in der Affiliate-Branche ausgegeben. Der vermittelte Umsatz liegt dabei bei ungefähr 18,02 Mrd. Euro. Affiliate-Marketing zählt somit zu den ältesten und nach wie vor relevantesten Disziplinen im Online-Marketing Mix.
Was die aktuelle Krise für die Affiliate-Marketing Branche bedeutet, die doch als reiner Performancekanal am effizientesten Werbebudgets verwalten kann?
Umfrage unter 100 Affiliate-Marketern.
Mehrheit der Branche bewertet die Lage derzeit noch positiv
Ein Großteil der Umfrage-Teilnehmenden geht davon aus, dass der Umsatzeinbruch in ihrem Affiliate-Programm bereits in Kürze kommen könnte. 29 Prozent gaben an, dass der Umsatzeinbruch bereits erfolgt ist. 13 Prozent gehen davon aus, dass dieser im vierten Quartal 2022 erfolgen wird und 27 Prozent gehen von einem Umsatzeinbruch ab dem ersten Quartal 2023 aus. Als die größten Probleme für die Umsatzentwicklung sehen 70 Prozent der Befragten vor allem den Einbruch im Konsumverhalten, der natürlich auch direkt Auswirkungen auf die Affiliate-Programme haben wird. 48 Prozent sehen die Inflation und die Rezession als größtes Problem und 41 Prozent die Trackingregulierungen in der Online-Branche.
Als direkte Auswirkung der Krise auf die Affiliates sehen 70 Prozent der Befragten eine Reduzierung von WKZ-Budgets für Sonderplatzierungen. Zudem rechnen 33 Prozent damit, dass Advertiser ihre Provisionen reduzieren könnten und 33 Prozent rechnen sogar damit, dass es zu Pausierungen von Affiliate-Programmen kommen könnte. Gleichzeitig rechnen 30 Prozent damit, dass Affiliates aufgrund der Inflation auch ihre Preise für WKZ-Platzierungen und ihre Provisionsvorstellungen erhöhen werden. Die kontroversen Vorstellungen könnten natürlich noch zu Diskussionen zwischen Advertisern und Affiliates führen.
Wie in vielen Krisen ist es auch im eCommerce und im Affiliate-Marketing so, dass es bedingt durch die Auswirkungen zu Chancen-Gewinnern und Verlierern kommt. Laut der Umfrage werden folgende Branchen als Profiteure der Krise eingeschätzt:
- Finance & Versicherungen (38 Prozent)
- Verträge & Telco (35 Prozent)
- Gesundheit, Apotheke, Ernährung (35 Prozent)
- Gaming & Glücksspiel (33 Prozent)
- Familie & Kind (25 Prozent)
Leider gibt es aktuell auch Branchen, die große Verluste zu verzeichnen haben. Diese sind lt. der Umfrage v. a.:
- Travel (82 Prozent)
- Fashion & Beauty (61 Prozent)
- Home & Living, Sport, Outdoor (55 Prozent)
- Geschenke (50 Prozent)
- Verträge & Telco (25 Prozent)
Ein großer Vorteil der Affiliate-Branche könnte sein, dass Krisen der Vergangenheit gezeigt haben, dass Advertiser ihre Marketing-Strategie in schwierigen Zeiten verstärkt auf Performance-Marketing-Kanäle gelegt haben, da sie dort messbare Ergebnisse erhalten, mit denen sie den Erfolg ihrer Werbemaßnahmen direkt nachvollziehen können. Zudem kann der Umsatz bei gleichzeitig kontrollierten Kosten abgesichert werden, während oftmals klassische Mediabudgets gekürzt werden. Die Krise im klassischen Werbemarkt zeigt sich bereits jetzt. So hat das Marktforschungsunternehmen Nielsen für September ein deutliches Minus von 10,7 Prozent bei den Brutto-Werbeausgaben gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. V. a. die Werbegattungen Werbesendungen mit einem Minus von 24,2 Prozent, Kino-Werbung mit 46 Prozent und TV-Werbung mit 10,5 Prozent gehören dabei zu den größten Verlierern.
Für 61 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden könnte daher das Affiliate-Marketing aufgrund des Performanceansatzes zu den Gewinnern der Rezession werden. 21 Prozent wollen sogar Budgets von anderen Marketing-Kanälen in den Affiliate-Kanal shiften und 10 Prozent wollen sogar zusätzliche Budgets investieren.
Gleichzeitig könnte die steigende Inflation und das reduzierte Konsumverhalten dafür sorgen, dass die Konsument:innen vermehrt nach Rabattaktionen und Gutscheincodes suchen, um den Preis für ihre Einkäufe zu reduzieren. Laut einer aktuellen Umfrage von Initiative Media geben 69 Prozent der Befragten an, für aktuelle Sonderangebote und Rabatte empfänglich zu sein. Mit Affiliate-Marketing können Advertiser mit der richtigen Strategie genau von dieser Entwicklung profitieren und damit sogar ihren Warenkorbwert steigern.
Verbesserung der Situation ab Mitte 2023
Sämtliche Umfragen und Prognosen sind in der aktuell dynamischen Entwicklung immer nur Momentaufnahmen. Derzeit kann noch keiner seriös sagen, wie sich die Krise in den nächsten Monaten konkret auf die Werbewirtschaft und das Affiliate-Marketing auswirken wird. Auch wenn davon auszugehen ist, dass der Zeitraum Q4 2022 bis Mitte 2023 ggfls. durch eine mögliche Konsumflaute für die Händler und Shopbetreiber schwieriger wird, könnte das Affiliate-Marketing dennoch zu den großen Gewinnern der Werbebranche werden. Denn keine Branche bietet so viele Möglichkeiten mit strategischen Aktionen und Maßnahmen die passende Zielgruppe und eine größere Reichweite zu erreichen, um damit einem Umsatzeinbruch entgegenzuwirken und sogar die Anzahl von Neukunden und Umsatz zu steigern.
Dafür ist bei den Advertisern jetzt auch Kreativität gefragt. Jeder Advertiser sollte sich überlegen, ob es bestimmte Produkte oder Dienstleistungen gibt, die man jetzt in den Fokus stellen kann. Daher sollte sich auch jeder Advertiser fragen, wie er sein Unternehmen jetzt dynamisch weiterentwickelt, um die entsprechenden Zielgruppen zu erreichen. Unterstützen können hierzu sicherlich auch Berater:innen und Agenturen mit Fachexpertise.
"Auch wenn die aktuelle Situation durch Inflation, den Ukraine-Krieg sowie steigende Energie- und Stromkosten für viele Menschen und Unternehmen schwierig ist, so müssen die Advertiser natürlich auch weiterhin wirtschaftlich und zielgerichtet agieren", glaubt Markus Kellermann, Geschäftsführer der xpose360. "Man kann davon ausgehen, dass durch eine Rezession und die Konsumflaute auch der Onlinehandel mit Umsatzeinbrüchen rechnen muss. Doch im Vergleich mit dem stationären Handel sollte die Onlinebranche deutlich krisenresistenter sein, da dieser viel weniger Fixkosten hat.
