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DB-Analyst: Tablet-Boom sorgt für den Abschied lieb gewordener Geschäftsmodelle
29.04.2013 Die Zahl der internetfähigen Endgeräte steigt rapide. So schätzt das Marktforschungsinstitut IDC, dass die Gesamtzahl der neu verkauften Desktops, Laptops und Tablets zwischen 2010 und 2017 um durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr auf insgesamt 730 Millionen Stück steigt. Mit dieser Dynamik des Gesamtmarktes vollzieht sich innerhalb der Endgerät-Klassen ein dramatischer Bedeutungswandel. Was Geschäftsmodelle durcheinanderwürfelt.
Dr. Stefan Heng , Senior Economist bei Deutsche Bank Research , kommt in seiner Analyse zum Ergebnis, dass dieser massive Umbruch auf einer technischen aber auch auf einer regionalen Komponente beruht. In technischer Hinsicht bedeutend sind der deutliche Preisverfall (zum Beispiel fiel der durchschnittliche Tablet-Preis 2012 gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent), die steigende mobile Bandbreite und die mit dem Cloud Computing schnell wachsenden Anwendungen. So kommen jüngst immer mehr zugeschnittene Business-Angebote auf den Markt. Damit finden sich die Tablets in den Unternehmen heute längst nicht mehr allein im Vertrieb sondern immer öfter auch in der Fertigung und der Wartung.
In regionaler Hinsicht bedeutend sind die sich ändernden Nutzungsgewohnheiten in den hoch entwickelten Ländern, aber auch den Schwellenländern. In den hoch entwickelten Ländern fühlen sich immer mehr Nutzer mit den Tablet-Anwendungen so gut versorgt, dass sie in der nächsten Generation beim Ersatzkauf auf einen zusätzlichen Desktop beziehungsweise Laptop verzichten. Die besondere Dynamik des Umbruchs gründet allerdings auf die Entwicklung in den Schwellenländern. Hier meidet ein immer größerer Anteil der schnell wachsenden Kundengruppe die althergebrachten Alternativen und setzt schon bei der Erstausstattung allein auf Tablets.
Der Umbruch betrifft nicht allein die Endgerätehersteller selbst. Stattdessen sind auch die über die Wertschöpfungskette eng verbundenen Unternehmen (vom Chip-Produzenten bis hin zum Software-Haus) dringend gefordert. Auch diese sollten kritisch überprüfen, ob ihre Produkte und Dienstleistungen hinsichtlich Technik und Anwendungssituation den künftigen Anforderungen entsprechen. Diese Überprüfung wird in der gesamten IT-Branche mit mannigfaltigen Abschieden von lieb gewonnenen Geschäftsmodellen einhergehen. Strategische Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette und technische Entwicklungen hinsichtlich Individualisierung, Emotionalisierung und nomadischer Nutzung zeichnen sich dabei heute ab.
