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Analysten: Deutsche Verlage verstehen Web 2.0 immer noch nicht

26.02.2007 Verlage verlieren an Attraktivität, Reichweite und Relevanz im Internet, wenn sie ihre Kunden nicht in den Produktions- und Bewertungsprozess ihrer digitaler Angebote einbinden, so dass Ergebnis einer aktuellen Studie. Verlage würden Blogs und Communities dennoch immer noch falsch interpretierten.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Laut dem Frankfurter Consulting-Unternehmen Timelabs   haben viele Verlage die Wirkungsmechanismen und Zusammenhänge der Web-2.0-Entwicklungen noch nicht richtig verstanden. Das Unternehmen berät seit 15 Jahren über 50 internationale Verlage. Timelabs zufolge interpretierten viele Verlage Blogs und Communities falsch. "Blogger sind bloß Selbstdarsteller" oder "Blogger produzieren Infomüll" seien ebenso symptomatische wie falsche Haltungen der Verlage gegenüber nutzergenerierten Inhalten. Zudem würden Verlage übersehen, dass ein wachsender Teil der Internet-Nutzer das Web als Kommunikationsplattform und erst dann als Übertragungsweg für traditionelle Medienformate versteht.

Timelab empfiehlt den Verlagen daher dringend, für den anstehenden Paradigmenwechsel hin zur Kunden-Integration ihre Prozesse zu überdenken. An die Stelle des gewohnten "linearen Publishing" trete eine zunehmende Interaktion, in der Redaktion und Nutzer Inhalte "bidirektional" erarbeiten. Im Zuge dieses Umsturzes müsse sich der Verlag neu erfinden. Es gelte, sich künftig mit Community-Dienstleistungen zu profilieren.

Bisher haben laut den Studienautoren erst einige wenige Medienunternehmen die Zeichen der Zeit erkannt und sich an führenden Web 2.0-Unternehmen beteiligt, beispielsweise Holtzbrinck   bei StudiVZ   oder ProSiebenSat1   bei MyVideo  .

Marc Ziegler , Geschäftsführer bei Timelabs und Mit-Autor der Studie:"Beteiligung an Web-2.0-Unternehmen erscheint mir als durchaus valide Option, sich den Weg zu den Online-Communities zu erschließen. Doch die strategisch gesündere - wenn auch unbequemere - Variante besteht in der Einbindung der Nutzer in die eigene Wertschöpfung".
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