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Daimler Truck startet B2B-Marktplatz
11.02.2025 Daimler Truck, nach eigenen Angaben weltgrößter Nutzfahrzeughersteller, will mit seinem B2B-Ersatzteil-Marktplatz für seine europäische Kundschaft den Einkauf von Ersatzteilen schneller, einfacher und bequemer gestalten.
Der Großteil der anspruchsvollen Anforderungen für das von der Digitalagentur Valantic implementierte Projekt wird mit der ECommerce-Software von Spryker mit Enterprise-Marketplace- und B2B-Commerce-Funktionalität erfüllt. Die bestehende Systeminfrastruktur des Nutzfahrzeugherstellers werde "aufgrund der flexiblen Architektur von Spryker nahtlos übernommen. Die Kompositionsfähigkeit von Spryker ermöglicht ein Maximum an Geschwindigkeit, Flexibilität und Skalierbarkeit sowie einen minimalen marktfähigen Produktansatz zum Testen, Lernen und Anpassen im laufenden Betrieb", so das Unternehmen.
Boris Lokschin , Mitbegründer und CEO von Spryker: "Für die Nutzfahrzeugindustrie ist Zeit auf der Straße Geld. Eine flexible Handelslösung, die sich an die Lieferkette oder andere unvorhergesehene Herausforderungen anpassen kann, ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Teile bei Bedarf schnell und zuverlässig beschafft werden können."
Der Kfz-Zubehörhandel ist auch online ein wachsender Markt mit hohen Renditen
Wie wichtig der Onlinehandel für den gesamten Automobilmarkt mittlerweile ist, zeigt eine Zahl: Das Marktvolumen der durch Autoteile-Händler vertriebenen Teile und Komponenten liegt bei 73 Milliarden Euro. Das entspricht 62 Prozent des Gesamtmarkts.
Insgesamt wird ein großer Teil der fast 280 Millionen Pkw und Lkw in der EU durch den unabhängigen Mehrmarken Kfz-Aftermarket (Independent Aftermarket, IAM) betreut, zumal die Fahrzeughersteller die Zahl ihrer eigenen Händler und Werkstätten zunehmend reduzieren. Der IAM wird damit zu einem interessanten Markt für den Handel und zum Partner der Hersteller, wie eine Studie herausgefunden hat. So beziehen Ersatzteilgroßhändler im Schnitt mehr als drei Viertel ihrer Teile von Tier-1-Original-Zulieferern und unabhängigen Herstellern von Markenersatzteilen.
Im Zuge der zunehmenden Elektrifizierung von Pkw und Lkw nimmt die Bedeutung des IAM noch weiter zu, auch für die Fahrzeughersteller. Das zeigt schon die Tatsache, dass jedes Fahrzeug im Laufe seines Lebens im Schnitt mehr als 15.000 Euro Kosten für Wartung und Reparaturen verursacht - plus Arbeitskosten. Davon werden 62 Prozent oder 73 Milliarden Euro pro Jahr im IAM erwirtschaftet. Eine von Roland Berger durchgeführte Umfrage unter rund 380 Ersatzteilgroßhändlern zeigt, dass wichtige Trends wie Fahrzeugkonnektivität und -technologie, Datenzugang und neue Marktteilnehmer aus China im Fokus stehen.
Ferner zeigt die Erhebung, dass insbesondere der Preisdruck, Lieferkettenrisiken sowie der Anstieg der Kosten für Komponenten als aktuelle Herausforderungen angesehen werden. Daher arbeite die Branche daran, die Effizienz weiter zu verbessern, etwa durch digitale Geschäftsmodelle. In der Umfrage gaben zum Beispiel mehr als 30 Prozent der unabhängigen Ersatzteilgroßhändler an, dass sie drei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in Innovationen investieren - und dies verstärkt im Bereich der Digitalisierung.
