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Noch kein Aufatmen
15.01.2024 Geschäftsentwicklung und Geschäftserwartungen der Digitalagentur-Verantwortlichen dümpeln auch in diesem Winter auf niedrigem Niveau. Was für Digitalagenturen eben ein niedriges Niveau ist. Der digitale Aufschwung ist vertragt, aber nicht abgesagt.
Seither geht es den Interaktivagenturen nach eigener Einschätzung so gut, dass sie sich im Durchschnitt der möglichen Bewertungen zwischen minus fünf und plus fünf immer durchschnittlich im positiven Bereich bewegen. In den vergangenen acht Jahren positionierten die Entscheidungsträger den Index für die eigenen Umsätze (mit einer Ausnahme im Winter 2020) sogar stets deutlich oberhalb des +0,5-Indexwerts.
Seit mehr als einem Jahr dümpeln die ECommerce- und Online-Dienstleister und -Agenturen in Deutschland also knapp oberhalb dieses Meeeh-Punkts: Es geht ihnen schlecht, wenn man "schlecht" als "es ging uns schon besser" definiert. Und eben nicht "schlecht" im Sinne von: "Wir werden wegen der russischen Gaserpressung alle erfrieren. Wir werden wegen der Inflation alle Konkurs gehen. Der E-Commerce ist wegen Lieferkettenzusammenbruch tot und wir mit ihm."
Fazit: Abzüglich kleiner Wachstumsdellen lief das Geschäft der Interaktiv-Dienstleister in den vergangenen Jahren durchweg ordentlich und recht stabil oberhalb der Gesamtwirtschaft - abgesehen von einem Corona-Knick und nun der in Schieflage geratenen Weltwirtschaftslage folgend. Doch auch hier gehört die Digitalbranche eher zu den Gewinnern. Treiber für die gute Entwicklung ist nach wie vor der Wunsch der Kundenunternehmen nach Digitaler Transformation. Das wird sich wohl in den kommenden Jahren nicht ändern.
Doch momentan ist die ganze Welt an dem besagten Meeeh-Punkt: Projekte werden in Unternehmen nur halbherzig verfolgt, Investitionen geschoben und geschoben - man weiß ja nicht, was kommt. Und Optimismus - der Booster für jede Art von Zukunftsorientierung - will angesichts multipler Krisen auch nicht so recht aufkommen.
Der digitale Aufschwung ist vertagt. Das ist die schlechte Nachricht. Der digitale Aufschwung ist NICHT abgesagt. Das ist die gute Nachricht. Der Knoten wird platzen - wenn die Menschen irgendwoher neue Hoffnung ziehen. Und sei es, dass die Sonne wieder dauerhaft scheint, die Ukraine ein paar Schlachten gewinnt, die Inflationsrate weiter sinkt oder sonst ein paar gute Nachrichten durch die Ticker rauschen. Denn Menschen wollen ja Hoffnung haben.
Die iBusiness-Redaktion ist der festen Überzeugung: Der digitale Aufschwung ist nur vertagt. Ich setze auf den Sommer. Denn irgendwann ist die ganze schlechte schlechte Laune eingepreist und dann kann es ja nur noch aufwärts gehen.
