Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Inhaberagenturen sind das Schweizer Taschenmesser der Agenturszene
02.09.2026 Inhabergeführte Digitalagenturen verteilen ihre Umsätze öfter auf ganz verschiedene Tätigkeitsfelder. Das ist ein Vorteil, birgt aber auch Risiken.
- Inhabergeführte Digitalagenturen haben im vergangenen Jahr im Schnitt stärker verloren als der Agenturmarkt insgesamt.
- Inhabergeführte Digitalagenturen sind weniger oft Spezialagenturen.
- Inhabergeführte Digitalagenturen profitieren weniger oft von Großaufträgen bei Transformation, Strategie und Plattformbusiness.
- Einzelne inhabergeführte Digitalagenturen legen zum Teil seit mehreren Jahren regelmäßig zwanzig und mehr Wachstumsprozente vor. Etwas, das organisch bei den meisten anderen Agenturen seit Jahren der Vergangenheit angehört.
- Inhabergeführte Digitalagenturen sind aufgrund eines niedrigeren Spezialisierungsgrads weniger anfällig für Brancheneinbrüche auf Kundenseite: Der Tourismusmarkt zu Corona oder aktuell die Krise im Automotive-Markt schlugen und schlagen ja unmittelbar auf die Agenturumsätze durch. Hier sind mangels Klumpenrisiko die meisten Inhaberagenturen resilienter aufgestellt.
Weil inhabergeführte Digitalagenturen oftmals bei ihren (zumeist mittelständisch geprägten) Kundenunternehmen die gesamte digitale Problemlage betreuen, haben sie als Vorteil die hohe Kundenbindung und langjährige Kundenbeziehungen. Sie sind das Schweizer Taschenmesser der Agenturszene, kein Spezialwerkzeug.
Probleme bereitet diese Positionierung dann, wenn neue Digitalverantwortliche in den Unternehmen den Fokus verschieben und plötzlich spezielle Expertise und schnelle globale Skalierung gefordert werden. Probleme stellen sich für die Agenturumsätze dann, wenn die Inhaberagentur als Rundum-sorglos-Werkbankagentur für Mittelstandskundschaft arbeitet - und künftig durch den KI-Einsatz in ebendiesen Mittelstandsunternehmen Umsätze verschwinden. Sei es, weil bestimmte Teil- und Mikroprojekte durch KI inhouse erledigt werden. Sei es, dass in den Honorarverhandlungen KI als Argument genutzt wird, die Preise zu drücken.
Die Vorstände und Geschäftsleitungen von inhabergeführten Agenturen werden in den kommenden Jahren stärker als andere Agenturen auf die Entwicklungen im Projektgeschäft achten müssen. Auch strukturelle Resilienzbetrachtungen sollten ganz oben auf die Geschäftsführungs-Agenda gesetzt werden.
