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EUID-Wallets

Identitätslösung EUDI stößt auf Interesse - bei hohen Hürden

28.04.2026 Mehr als die Hälfte der Deutschen will die digitale EU-Brieftasche nutzen - aber fehlende eID-Aktivierung könnte zum Problem werden. Dabei könnte sich für Marketer ein interessantes Spielfeld rund um digitale Identitäten und Services eröffnen.

 (Bild: Pixabay)
Bild: Pixabay
Mehr als die Hälfte der BundesbürgerInnen (54 Prozent) plant, die EUDI-Wallet ab ihrem Start Anfang 2027 zu nutzen, berichtet der Branchenverband Bitkom   unter Berufung auf eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage. Gleichzeitig fehlen vielen die technischen Voraussetzungen: Nur 18 Prozent können aktuell die Online-Funktion ihres Personalausweises tatsächlich einsetzen.

Die Diskrepanz zwischen Interesse und Nutzbarkeit ist deutlich: Während 39 Prozent kein Interesse zeigen, scheitert die potenzielle Nutzung bei vielen an fehlender Aktivierung oder verlorenen PINs. Insgesamt haben 57 Prozent die eID-Funktion noch gar nicht aktiviert.

Digitale Identität als neuer Touchpoint

Für Digitalagenturen und Marketer ist die EUDI-Wallet vor allem als Zugangspunkt zu digitalen Services interessant. Unter den Interessierten wollen 61 Prozent Ausweise oder Führerscheine digital speichern, 57 Prozent planen, Verträge oder Rechnungen digital zu signieren. Ebenso viele sehen Potenzial beim digitalen Identitätsnachweis etwa für Behördengänge oder Kontoeröffnungen.

Auch Login-Prozesse könnten sich verändern: 48 Prozent möchten die Wallet für einfachere Anmeldungen bei Plattformen wie Krankenkassen- oder Steuerportalen nutzen. Damit entsteht ein neuer, standardisierter Identitätslayer für digitale Services - mit direkten Auswirkungen auf Customer Journeys und Conversion-Prozesse.

Wettbewerb um Wallet-Anbieter zeichnet sich ab

Mit Blick auf die Anbieter zeigt sich der Umfrage zufolge ein gemischtes Bild: 52 Prozent bevorzugen eine staatliche Lösung, während 19 Prozent sowohl staatlichen als auch privaten Anbietern offen gegenüberstehen. Weitere 15 Prozent können sich vorstellen, ausschließlich auf private Anbieter wie Telekommunikationsunternehmen oder Finanzdienstleister zu setzen.

Ab 2028 sollen mehrere Wallet-Apps verfügbar sein, was einen neuen Wettbewerb um die Schnittstelle zur digitalen Identität eröffnet. Für Unternehmen bedeutet das: Wer sich frühzeitig in diese Infrastruktur integriert, kann sich strategische Vorteile im Zugang zu KundInnen sichern.

Der EUDI-Start und die Rahmenbedingungen stehen auch im Fokus des Bitkom eIDAS Summit  , bei dem unter anderem Dr. Ralf Wintergerst sowie VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft über Einsatzmöglichkeiten und regulatorische Fragen diskutieren.
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