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Verbraucher wollen die Mobilitätswende, scheuen aber die Kosten

02.09.2021 Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind den Deutschen wichtig, auch beim Thema Mobilität. Aber noch wichtiger ist ihnen ihre Unabhängigkeit.

 (Bild: andreas160578 auf Pixabay)
Bild: andreas160578 auf Pixabay
Eine repräsentative Online-Umfrage des Felddienstleisters Norstat zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser hat die Bereitschaft der Deutschen untersucht, ihr Mobilitätsverhalten den geänderten Anforderungen der Klimakrise anzupassen. Die Ergebnisse zeichnen laut Sebastian Sorger'Sebastian Sorger' in Expertenprofilen nachschlagen , Managing Director von Norstat Deutschland zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser , ein klares Bild: "Klimaschutz ist wichtig, aber sobald es an den eigenen Geldbeutel geht, stoppt der Enthusiasmus der Deutschen."

Die wichtigsten Ergebnisse:

Umweltzonen und Steuern

"Insgesamt zeigt unsere Umfrage, dass die Deutschen durchaus offen sind für Maßnahmen, die das Klima schonen. Doch trotz dieser Offenheit stoßen hohe Spritpreise und steigende Steuern zur Erreichung der Klimaziele auf große Ablehnung. Mehr als die Hälfte der Befragten widersprechen einem Anstieg der Benzinpreise, bei Steuererhöhungen sind es sogar fast zwei Drittel", so Sorger.
  • Rund die Hälfte (47 Prozent) der Befragten zeigt sich mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zufrieden, dass gegen Deutschland Strafzahlungen oder Auflagen bei Nichteinhaltung der Maßnahmen zur Luftreinhaltung verhängt werden können.
  • Auf noch größere Zustimmung trifft die Einführung sogenannter Umweltzonen. Etwa 61 Prozent der Befragten geben an, dass Sie die Einführung befürworten.
  • Gegen einen Anstieg der Benzinpreise, als Folge der Emissionsreduzierung, sprechen sich 57 Prozent der Befragten aus. Ebenso sind 63 Prozent der Teilnehmer gegen eine Steuererhöhung, um die Klimaziele erreichen zu können. Die Ablehnung ist hier in der Altersgruppe 60+ (73,2 Prozent) und unter Befragten, die im ländlichen Raum wohnen (65,6 Prozent) am größten.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Sharing-Angebote

"ÖPNV und Sharing-Angebote überzeugen die Deutschen bisher nicht. Trotz regionaler Unterschiede nutzten vor Corona nur die wenigsten Deutschen ÖPNV- und Sharing-Angebote regelmäßig. Um die Klimaziele zu erreichen, muss hier mehr Akzeptanz geschaffen werden. Insgesamt zeigt sich aber eine größere Bereitschaft der jüngeren Generationen, Alternativen zum Auto zu suchen und diese auch zu nutzen", erklärt Sorger.
  • Nur 13 Prozent der Befragten nutzten vor der Pandemie den Bus zwei bis drei Mal die Woche. 53 Prozent gaben gar an, dass sie noch nie die Straßenbahn genutzt haben.
  • Für ein sogenanntes Bürgerticket, also ein Jahresabo für den ÖPNV, liegt der für die Befragten angemessene Preis bei monatlich 30 Euro. Insgesamt sind Bewohner von Großstädten bereit etwas mehr zu bezahlen.
  • Lediglich 19 Prozent gaben an, schon einmal sogenannte Sharing-Angebote (Auto, Roller, Fahrrad, etc.) genutzt zu haben, wobei die Zahl für Befragte, die in Großstädten leben auf 26 Prozent steigt.
  • 39 Prozent wollen nach der Pandemie den ÖPNV wieder stärker nutzen. Unter den 18-29-Jährigen liegt dieser Wert bei 51,5 Prozent.

Elektromobilität

"Die Zustimmung für E-Mobilität, insbesondere E-Autos, fällt sehr niedrig aus. Rund die Hälfte der Befragten möchte nicht auf E-Mobilität umsteigen. Dies geht einher mit einer als schlecht eingeschätzten Infrastruktur, insbesondere im ländlichen Raum. Hier wartet auf die nächste Regierung die große Aufgabe, der Skepsis der Bürger konstruktiv zu begegnen", so Sorger weiter.
  • Ein nicht unwesentlicher Teil der Befragten ist in Bezug auf alternative Antriebe skeptisch. So geben 47 Prozent der Befragten an, dass sie überhaupt nicht auf E-Mobilität umsteigen würden.
  • Die Bereitschaft ist unter Befragten, die in Großstädten leben mit 24 Prozent höher als im ländlichen Raum (18,7 Prozent).
  • Nur 38 Prozent der Befragten sehen das Elektroauto als den Antrieb der Zukunft.
  • Die hohe Ablehnung des individuellen Umstiegs auf E-Mobilität geht einher mit der Bewertung der Verlässlichkeit bei der Nutzung von E-Autos. So bewerten 45 Prozent der Befragten diese als unzuverlässig.
  • Insbesondere in Bezug auf den ländlichen Raum ist diese Skepsis am weitesten verbreitet. So bewerten lediglich 16 Prozent der Befragten die Infrastruktur für E Autos im ländlichen Raum als sehr gut.

Ausbau der Infrastruktur

"Unsere Umfrage zeigt, dass die Deutschen bereit sind im Fernverkehr auf die Bahn umzusteigen, solange die Infrastruktur stimmt. Das ist ein konkreter Ansatzpunkt für die Politik. Ebenso spricht sich ein Großteil der Befragten für den Ausbau von Radwegen aus. Auch hier scheint also noch Verbesserungsbedarf zu bestehen", erläutert Sorger.
  • Die meiste Unterstützung erfahren der Ausbau der Bahnverbindungen mit 74 Prozent wie auch der Ausbau der Radwege mit 71 Prozent.
  • Am wenigsten befürworten die Teilnehmer die Einführung eines Tempolimits von 30 Stundenkilometern in den Städten (39 Prozent Zustimmung).
  • Dem Ausbau von ähnlich in den Stadtverkehr eingreifenden weitläufigen Fußgängerzonen stimmen jedoch mehr als 61 Prozent zu.
  • Der Ausbau des Autobahnnetzes hat unter den Deutschen keine hohe Priorität (44 Prozent Zustimmung).

(AutorIn: Frauke Schobelt )

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