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"Digitaler Journalismus bedeutet einen Epochenwechsel"

16.10.2014 Durch das Internet hat sich das Berufsbild des Journalisten doppelt verändert: technologisch-publizistisch ebenso wie inhaltlich. Wie der Status quo journalistischer Praxis in Deutschland aussieht, hat die Studie Digitaler Journalismus. Dynamik - Teilhabe - Technik   der Universität Hamburg  , der Hochschule Macromedia   sowie der TU Dortmund   untersucht.

 (Bild: SXC.hu/Bartlomiej Stroinski)
Bild: SXC.hu/Bartlomiej Stroinski
Die Auffächerung von Medien und Medienformaten sowie ihre zeit- und ortssouveräne Nutzung eröffnet enorme Chancen in Hinblick auf den journalistischen Dialog mit Rezipienten, besagt die Studie. "Der Digitale Journalismus kann eine konsequente Teilhabe des Publikums in einem medienhistorisch gesehen revolutionären Ausmaß bedeuten", schreiben die Verfasser. "Von der Kommentierung und Diskussion einzelner publizistischer Beiträge über den Transfer von Argumenten in den journalistischen Produktionsprozess bis hin zur tatsächlichen Mitwirkung der Nutzer bei Recherchen, der kollektiven Bearbeitung von Dokumenten oder bei der Fortschreibung journalistischer Geschichten."

Redaktionelle Praxis bleibt hinter den digitalen Möglichkeiten zurück

Entsprechend zeigten die meisten befragten Redaktionsverantwortlichen in den Leitfadengesprächen ein ausgeprägtes Bewusstsein von der Außergewöhnlichkeit und Komplexität des zu bewältigenden Strukturwandels. Trotzdem geht aus der Studie auch hervor, dass die tatsächliche redaktionelle Praxis hinter den Möglichkeiten zurückbleibt.

Journalistische Websites hätten sich "der Nutzerpartizipation konzeptionell geöffnet - allerdings in einem eng definierten Sinne", heißt es. Sie böten "überwiegend Funktionen an, die sich auf ein Nutzer-Feedback beschränken". Und auch anhand der Befragung von Journalisten und Bloggern kommt das Autorenteam zu dem Schluss, dass "die durchschnittliche Partizipation eher als lästige Pflicht angesehen wird."

Digitale Weiterbildung ist gefragt

Stephan Weichert fordert: "Um die gängige Praxis der einseitig kommunizierenden Massenmedien in echte dialogorientierte Redaktionsprozesse zu überführen, bedarf es der massiven Investition in redaktionelle Kapazitäten und der Bereitstellung innovativer Aus- und Weiterbildungsangebote." Diesen Bedarf hätten aktuell erst wenige Medienunternehmen erkannt. Doch werde der Dialog im digitalen Journalismus immer wichtiger - sowohl, was das professionelle Audience Engagement, die redaktionelle Transparenz, aber auch die Entwicklung neuer Finanzierungsmodelle für journalistische Produkte angeht. "Der Social Journalism ist hier auf breiter Front auf dem Vormarsch."
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