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Die panische Branche: Aktuell keine Anzeichen für ein EU-Verbot von KI-Chatbots
28.02.2023 Verschiedene Branchenverbände prophezeien das Aus von Chat GPT in der EU vor dem Start und das gnadenlose Abgehängtwerden des kontinentaleuropäischen Wirtschaftstandortes. Schuldiger Fortschritts-Feind dieses Mal: Der EU-AI-Act.
Nun mal langsam.
De facto ist all dieses Wortgerassel nur präventives Zähnefletschen, politisches Kalkül und verlorene Gelassenheit in der Forschung. Denn de jure spricht noch rein gar nichts für ein kommendes Verbot von KI-Anwendungen kritischer Natur wie etwa Chat GPT. Es ist möglich, es kann kommen - aber es steht nirgendwo im EU-AI-Act/Artificial Intelligence Act , erklärt Martin Bahr: "Ich bin ganz ehrlich: Bei dem aktuellen Stand werden das die wenigsten Vertreter beurteilen können, da der AI Act sich noch im Entwurfs-Stadium befindet und noch kontrovers diskutiert wird. Es ist meines Erachtens nach unklar, was da am Ende tatsächlich rauskommt."
Eine wirklich solide Einschätzung will der Fachanwalt daher (aktuell) nicht abgeben. Realistisch wird man also abwarten müssen, bis ein konkreterer Gesetzesentwurf genauere Lesarten zulässt - und selbst dann mahlen a) Brüssels legislative Mühlen eher langsamer und b) wird die EU eher auf verantwortungsvollen Umgang mit Daten und Transparenz setzen, statt KI generell abzuwürgen.
Als realistisches Szenario dürfte es ausgehen wie beim Nutzer-Konsens zur Cookie-Verwendung: Nerven, keiner mag den Aufwand - aber reihenweise gestorben sind Geschäfte deshalb nicht.
