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Technology-Watch: Virtuelles Geld für die reale Welt
27.01.2010 Die neue Technik löst das Problem, das die Geldkarte hat. Es ist die Entsprechung des Erfolgsmodells "Handy-Payment" in der ersten Welt. Und der Gründer ist ein richtig cooler Typ, den das Silicon Valley liebt. Drei Gründe dafür, sich Square auf den mentalen Merkzettel zu schreiben.
Die Idee hinter dem Unternehmen ist nichtsdestotrotz knackig: Jeder Besitzer eines mobilen Geräts, das über einen Audio-Eingang verfügt, soll in die Lage versetzt werden, Kreditkarten-Zahlungen zu kassieren. Square besteht aus einem Daumennagel großen Lesegerät für Kreditkarten sowie Software und Square-Webaccount. Der Plastikwürfel wird mit dem Audioanschluss eines Handys verbunden. Zieht ein Nutzer nun eine Kreditkarte durch den entsprechenden Leseschlitz, werden die notwendigen Daten ins Audioformat übersetzt und zur Mobilsoftware übertragen. Diese sendet die Zahlungsdaten per Internet oder Telefon an Square, das anschließend die Zahlung abwickelt. Eine Quittung erhält man per E-Mail oder SMS.
Interessantes Neben-Feature: Wenn Square den Bezahler kennt, dann überträgt es dessen Foto an den potenziellen Empfänger der Zahlung (Softwarefrage: "Sieht der Bezahler so aus?"). Dadurch sollen Betrüger ausgefiltert werden können, die sich die Kreditkarte oder die Daten erschlichen haben.
Square löst einige Probleme, die im Bereich der Zahlung nach wie vor existieren:
- Für diejenigen, die bezahlen wollen, muss die Karte (anders als die Geldkarte ) nicht aufgeladen werden. Micropayment erfolgt direkt vom Konto.
- Für diejenigen, die Geld erhalten wollen, ist (anders als beim bisherigen Kreditkarten-Verfahren) kein separates Lesegerät, kein Vertrag mit dem Kreditkartenunternehmen und auch keine Monatsgebühr nötig. Dennoch wird auf das Kreditkartennetz zugegriffen.
- Im Gegensatz zu Mobile-Payment-Lösungen in Afrika wird keine separate Digitalwährung erzeugt (die beim einzigen europäischen Anbieter mobiler P2P-Bezahlverfahren Luupay zum Scheitern führte), sondern an einer bestehenden Zahlungsart angedockt. Das umgeht Akzeptanzprobleme bei Banken.
