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Mobile Banking boomt

18.05.2011 Die Zahl der Nutzer mobiler Finanzdienste ist vergangenes Jahr weltweit stark gestiegen: Neue Technologien und der Ausbau der Mobile-Banking-Infrastrukturen führten zu einem rasanten Anstieg der globalen Nutzerzahlen. Das geht aus einer neuen Studie von TNS    hervor.

Die Zahl der neuen Nutzer mobiler Bankdienstleistungen in Ländern wie China, Brasilien und Kenia hat sich in nur zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Entscheidend für diese Entwicklung ist, dass die lokalen Banken die Einführung traditioneller Dienstleistungsmodelle übersprungen und sich direkt auf die Entwicklung ihrer mobilen Finanzdienste konzentriert haben. Doch nicht nur in den Schwellenmärkten sind die Nutzerzahlen gestiegen: Auch in Deutschland, den USA, Singapur, Südkorea und Schweden haben sich in den vergangenen zwölf Monaten immer mehr Mobilfunknutzer für das Mobile Banking entschieden, wenn Banken ihren Kunden die neuen mobilen Anwendungen zur Verfügung stellten. So können Mobilfunknutzer heute per SMS oder Smartphone-App ihr Geld verwalten - beispielsweise ihren Kontostand prüfen, Überweisungen tätigen, Rechnungen zahlen und immer öfter auch mit ihrem Handy bezahlen.

In Großbritannien stieg die Zahl der Nutzer von Mobile-Banking-Anwendungen von zehn Prozent im Jahr 2010 auf 20 Prozent im Jahr 2011. In den USA stieg die Anwendungsrate im gleichen Zeitraum von elf auf 22 Prozent. Schweden verzeichnete einen noch deutlicheren Anstieg der Mobile-Banking-Nutzer von acht auf 20 Prozent innerhalb der letzten zwölf Monate.

Doch auch dort, wo die Nutzung mobiler Finanzdienstleistungen noch nicht sehr weit verbreitet ist, besteht ein starkes Interesse an Mobile Banking: Am stärksten ausgeprägt war dieser Wunsch in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, in denen zwei Drittel (63 Prozent) der Mobilfunknutzer aussagten, dass sie mobile Finanzdienste nutzen wollen.

Schwellenmärkte überholen den Westen in puncto Nutzung und Nachfrage von mobilen Zahlungssystemen


Mobile Zahlungssysteme, mittlerweile auch unter dem Stichwort Mobile Wallet bekannt, verwandeln Mobiltelefone in intelligente Geldbörsen, die aufgeladen werden und Guthaben speichern können. Darüber hinaus bietet das Mobile Wallet sehr viel mehr: Es ermöglicht Menschen ohne Bankkonto einen Zugang zur Finanzwelt und kurbelt so die wirtschaftliche und soziale Entwicklung an. Den Ergebnissen der Mobile Life-Studie zufolge nutzen immer mehr Menschen in den Schwellenländern die Vorteile mobiler Zahlungssysteme: Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Nutzer mehr als verdoppelt und die Zahl der neuen Anwender ist mit 16 Prozent unter den Mobilfunknutzern damit bereits weitaus höher als in den etablierten Märkten.

Hingegen ist die Zahl der Nutzer mobiler Zahlungssysteme in entwickelten Märkten wie den USA, Deutschland, Singapur und Hongkong im vergangenen Jahr nur geringfügig gestiegen. In den USA stiegen die Nutzerzahlen lediglich von sechs Prozent im Jahr 2010 auf acht Prozent der Mobilfunknutzer im Jahr 2011. In Singapur gab es im gleichen Zeitraum einen Anstieg von zehn auf 13 Prozent zu verzeichnen und in Hongkong stieg die Anwendungsrate unter den Mobilfunknutzern um nur einen Prozentpunkt von 16 auf 17 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Nutzer mobiler Zahlungssysteme in Chile von nur einem Prozent in 2010 auf sieben Prozent in diesem Jahr und liegt somit nur einen Prozentpunkt hinter den USA und hat Australien (sechs Prozent), Frankreich (fünf Prozent) und die Niederlande (fünf Prozent) bereits überholt.

China treibt globales Wachstum mobiler Finanzdienste voran


Die wachsende Zahl der Nutzer und die steigende Nachfrage nach mobilen Finanzdiensten in China stellen enorme Chancen und Möglichkeiten für Unternehmen dar, neue Kundenkreise zu erschließen. Die Finanzdienstleistungen, die für Chinas Mobilfunknutzer am häufigsten nachgefragt werden, sind die mobile Bezahlung von Rechnungen (25 Prozent), Geldabhebungen (15 Prozent) und der Erhalt von Lohnzahlungen (15 Prozent). In China nutzen bereits doppelt so viele Mobilfunknutzer mobile Zahlungssysteme als im globalen Durchschnitt; weniger als ein Viertel der chinesischen Konsumenten gibt an, gar kein Interesse an mobilen Zahlungssystemen zu haben.

In den Ländern des subsaharischen Afrika, Lateinamerikas und den asiatischen Schwellenländern, die im Allgemeinen eine hohe Prävalenz von Mobiltelefonen aufweisen, führt der Mangel an stabilen, zuverlässigen Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit der Notwendigkeit effizienter Zahlungssysteme zu der starken Anziehungskraft mobiler Finanzdienste.
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