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Deutscher Mittelstand hat Digitalisierung im Blick - teilweise
24.11.2017 Während die digitale Transformation im Jahr 2016 nur bei einem Viertel aller mittelständischen Unternehmen in der Unternehmensstrategie verankert war, sind es mittlerweile 42 Prozent. Das geht aus der Techconsult-Studie Digitalisierungsindex Mittelstand hervor.
Unternehmen, die sich transformieren, sind auf vier Handlungsfeldern aktiv:
- Sie verbessern die Beziehungen zu ihren Kunden
- erhöhen mit digitalen Lösungen ihre Produktivität
- stellen ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand und
- entwickeln ihr Geschäftsmodell mit digitalen Technologien weiter.
Insgesamt ist der Digitalisierungsindex im Mittelstand um zwei Punkte auf 54 von 100 gestiegen. Doch nach wie vor hängt das Transformationstempo von der Größe der Unternehmen und von der jeweiligen Branche ab. Fakt ist jedoch: Alle Unternehmen haben im vergangenen Jahr digital zugelegt und in allen Branchen und in jeder Größenklasse gibt es digitale Vorreiter, die die Möglichkeiten der Digitalisierung bereits sehr gut ausschöpfen.
Digitale Handlungsfelder: Nur wenig Veränderung
- Der Index für IT- und Informationssicherheit und Datenschutz erreicht erneut mit Abstand den höchsten Wert (66 von 100; plus 3). Spionageaktivitäten, Cyber-Attacken oder die strengeren Regeln der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung haben die Unternehmen gezwungen, sich auf diesem Gebiet noch mehr zu engagieren, als sie dies ohnehin schon seit Jahren taten. Ihnen ist bewusst, dass das digitale Handlungsfeld IT-, Informationssicherheit und Datenschutz die elementare Grundlage ist, ohne die alle weiteren Digitalisierungsbestrebungen der Unternehmen zum Scheitern verurteilt wären.
- Anders sieht es auf dem Handlungsfeld Digitale Angebote und Geschäftsmodelle (46 von 100; unverändert), der Königsdisziplin der Digitalisierung, aus. Hier gibt es noch Luft nach oben. Allerdings setzen digitale Geschäftsmodelle einen gewissen Digitalisierungsgrad in den anderen Bereichen voraus. Dass die Unternehmen auf diesem Handlungsfeld schlechtere Ergebnisse erzielen, ist daher nicht verwunderlich. Aber es gibt auch hier Ansätze: So werten zahlreiche mittelständische Unternehmen bereits die vorhandenen Kundeninformationen aus, damit sie ihren Kunden Produkte verkaufen können, die auf deren spezielle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Oder sie veredeln ihre traditionellen Produkte zu Smart Products und bieten damit vernetzte Funktionen an. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Aufzugbauer seine Fahrstühle mit dem Service vernetzt. Solche Aufzüge senden dann von selbst Zustandsdaten an die Techniker. Auf dem Handlungsfeld der digitalen Geschäftsmodelle gibt es derzeit das größte Potenzial.
- Im Schnitt zielen die Digitalisierungsmaßnahmen der Unternehmen vor allem auf die Verbesserung der Kundenbeziehungen (53 von 100; plus 2) oder der internen Produktivität ab. Beim Handlungsfeld "Beziehung zum Kunden" geht es zum Beispiel darum, dem Kunden bessere Services zu bieten, auf allen Kanälen für ihn rund um die Uhr erreichbar zu sein oder die eigenen Produkte auch in einem Webshop zu verkaufen. Hier legten die Mittelständler um zwei Punkte zu.
- Die Produktivität im Unternehmen (50 von 100; plus 1) steigern die Unternehmen zum Beispiel mit mobilen Arbeitsmöglichkeiten, mit durchgängig automatisierten Prozessketten, mit Cloud-Services oder Big Data. Gegenüber dem Vorjahr ist der Mittelstand hier ebenfalls leicht vorangekommen.
