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Der Schweizer IT-Markt schrumpft

23.03.2007 Der Umsatz und die Stückzahlen des Schweizer PC-Marktes zeigen ein für Handel und Hersteller unerfreuliches
Bild: Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent zurück. Das Ergebnis ist auf rückläufige Verkaufszahlen
von 7.6 Prozent sowie einen leicht reduzierten Durchschnittspreis zurückzuführen.

 (Bild: Orbit-IEX)
Bild: Orbit-IEX
Abgesehen vom mobilen Business-Segment, weisen alle Teilsegmente ein negatives Wachstum aus. - Das Umsatzniveau des PC-Marktes Schweiz fiel auf das Niveau von 2003 zurück. Für das laufende Jahr wird mit einer Stabilisierung gerechnet. Der Umsatz im PC-Umfeld dürfte sich 2007 auf dem Vorjahreswert von rund 2.2 Milliarden Franken halten.

Der PC-Markt generell

Im PC-Markt wurden im letzten Jahr 1'373'000 Einheiten im Markt abgesetzt, was einem Stückzahlenrückgang von 7.6% entspricht. Die Desktop-Systeme verzeichneten einen noch stärkeren Rückgang von 13.2%. Im Jahr 2005 wurden 834'000 Einheiten abgesetzt, 2006 waren es noch 724'000.

Das mobile Segment konnte sich mit einer leichten Einbusse von 0.5% praktisch auf dem Vorjahresniveau halten. 649'000 mobile Systeme wurden 2006 abgesetzt. In den letzten sechs Jahren ist der Anteil der mobilen Systeme von 25% auf rund 47% gestiegen. Es ist zu erwarten, dass der Absatz der mobilen Systeme in diesem Jahr mit den Desktop-Systemen gleichziehen wird.

Das gesamte PC-Umfeld, das heisst inklusive Lowend-Server, PDAs, Drucker und Displays, musste einen einschneidenden Umsatzrückgang von 400 Millionen Franken verzeichnen. Dies entspricht einer Umsatzeinbusse von 7.6%. Neben den reduzierten Absatzzahlen sind die weiter fallenden Preise für diesen Verlust verantwortlich. Im gesamten Gerätemarkt, ohne Peripherie und Software, resultierte ein Umsatzverlust von rund 8.2%, was einem Gesamtbetrag von 2.004 Milliarden Franken und einem Umsatzrückgang von 179 Millionen Franken entspricht.

Mobilität bestimmt zunehmend den PC-Markt

Alle Teilsegmente des PC-Marktes, ausser dem mobilen Business-Segment, weisen ein negatives Wachstum aus. Sowohl im Business- als auch im Home-Segment verloren die Desktops mit 6.3% respektive 23.6% deutlich an Boden. Diese negative Entwicklung zeigt sich auch bei den mobilen Home-Geräten, welche um 16.5% oder 258'000 Einheiten zurückgingen. Einzig das mobile Business-Segment konnte sich mit einem Wachstum von 14.0% steigern. Dieses Wachstum dämpfte den Umsatzrückgang des gesamten mobilen Marktes auf bescheidene 0.5%.

Der Erfolg der mobilen Geräte lässt sich nicht mehr alleine mit tieferen Preisen erklären, denn der durchschnittliche Preisnachlass lag nur noch bei 1.9%. Die Durchschnittspreise im mobilen Business-Segment stiegen um 1.1%, wogegen das mobile Home-Segment einen durchschnittlichen Preiszerfall von 5.3% hinnehmen musste.

Die Attraktivität der mobilen Systeme gründet mitunter auf der längeren Betriebszeit ab Batterie, den vermehrten Einsatzmöglichkeiten im Wireless-LAN-Umfeld und dem Wunsch nach erhöhter Einsatzmobilität. Bewegung im PC-Umfeld ist zudem aufgrund der fortschreitenden Konvergenz zwischen IT und Unterhaltungselektronik zu beobachten.

Problematischer Assemblierermarkt

Der Assemblierermarkt passte sich dem allgemeinen Trend des Preiszerfalls nur schwer an und hat entsprechende Probleme. Für die Schweizer Hersteller ist es extrem schwierig, im Preiskampf mit den grossen Brands mitzuhalten. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Desktopmarkt um 10.3% von 175'000 auf 157'000 Einheiten zurückging. Dies vor allem auf Kosten der kleinen Assemblierer mit Produktionen unter 3'000 Einheiten pro Jahr. Die Leader im Assemblierermarkt haben diesen Trend noch nicht so stark zu spüren bekommen, werden sich aber im laufenden Jahr ebenfalls damit auseinander setzen müssen. Der Marktanteil am gesamten Desktopmarkt stieg sogar leicht an, von 21.0% auf 21.7%. Mit 35'500 Einheiten wurden deutlich weniger mobile Systeme in der Schweiz zusammengebaut als im Vorjahr (Rückgang 31.7%). Der Anteil am Gesamtmarkt sank von 8.0% auf 5.5%.

Die Assemblierer bauten 2006 rund 192'600 Geräte (Vorjahr 227'000) zusammen, was einem Anteil am Gesamtmarkt von 14.0% bzw. einem Verlust von 1.3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der gesamte Assemblierer-Umsatz inklusive Server sank infolge dieser Abnahme von 382 Mio. Franken auf 320 Mio. Franken. Assemblierer sind nach wie vor erfolgreich, wenn sie auf Nischenprodukte setzen.

Umsatzbetrachtungen im ICT-Umfeld

  • Für das gesamte ICT-Umfeld resultiert 2006 ein Wert von 4.76 Milliarden Franken (2005: 5.15 Milliarden Franken). Dies entspricht einem Umsatzrückgang von 7.6%.
  • Der PDA-Markt konnte sich gegenüber dem Vorjahr um 3.5% steigern. Er erwirtschaftete im 2006 einen Umsatz von 117 Millionen Franken.
  • Die Displays legten umsatzmässig von 353 auf 370 Millionen Franken um 4.8% zu. 2006 wurden 730'000 Einheiten abgesetzt.
  • Der Druckermarkt zeigt ein Umsatzplus von 6.7%. 720'000 abgesetzte Einheiten bescherten dem Druckermarkt ein Umsatzvolumen von 240 Millionen Franken.
    Quelle: Robert Weiss Consulting
  • Die Consumer Electronics Branche blickt auf ein erfolgreiches 2006 zurück: Die Schweizer Konsumenten bescherten der Branche in diversen Produktbereichen markante Zuwachsraten. Der Gesamtumsatz der Branche beläuft sich auf 1,79 Milliarden Franken und übersteigt damit das Vorjahresergebnis um über 10%.
  • Beim Heimelektronikmarkt sorgten vor allem die flachen Fernseher für die guten Absatzzahlen. Mit einem Umsatz von über einer Milliarde Franken trugen die TV-Geräte entscheidend zum Erfolg bei. In der Schweiz verfügt bereits jeder dritte Haushalt über einen oder mehrere Flat-TVs. Wichtigste Kaufargumente für die Anschaffung eines neuen TVGerätes sind dabei Design, Qualität und HD-Tauglichkeit, über welche bereits 90% der verkauften Geräte verfügen. Im letzten Jahr wurden gesamthaft 525'000 TV-Geräte verkauft, davon 414'000 Flachbild- und 75'000 Röhrengeräte. Die Video-, bzw. Rückprojektoren erzielten ein Absatztotal von 37'000 Stück.
  • Der wachsende Trend zu mehr Lifestyle und Individualisierung im Wohn- und Mobilitätsbereich führte neben den Fernsehgeräten bei MP3-Playern und portablen Navigationsgeräten zu grosser Nachfrage. Die Absatzkurve der portablen MP3-Player zeigt ein Umsatzwachstum von beeindruckenden 28%. Gingen im Jahr 2005 700'000 Stück über den Ladentisch, waren es 2006 bereits 900'000. Gefragt sind zunehmend teurere Geräte mit Video-Abspielfunktion.
    Quelle: Consumer Electronics Information Services  
  • Der Trend zur vermehrten Nutzung des Internets in der Schweiz hält unvermindert an. Die Wachstumsraten bei den regelmässigen Nutzern belaufen sich auf knapp 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Internetgemeinde hat um weitere 100'000 User zugelegt. Der engere Nutzerkreis (ENK), welcher mindestens mehrmals pro Woche das Internet nutzt, verzeichnete gar einen Anstieg um 190'000 User.

    Im engeren Nutzerkreis zeigt sich, dass bei den Männern der Anteil der Internet-User um 8% gewachsen ist. Bei den Frauen beläuft sich der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr gar auf 11%. Die Zahl der Personen, welche das Internet nicht nutzen, hat sich um 10% auf rund einen Fünftel der Schweizer Bevölkerung ab 14 Jahren reduziert. Knapp drei Viertel der Schweizer Bevölkerung besitzt im eigenen Haushalt einen Zugang zum Internet. Dies entspricht einer Zunahme von rund 5% gegenüber dem Vorjahr. Im Nordosten der Schweiz verfügen über 80% über einen Zugang zum Internet zuhause oder am Arbeits-/Ausbildungsort. Im Wirtschaftsgebiet Jura beläuft sich dieser Anteil auf weniger als 70%, was die regionalen Unterschiede bei den Internetzugängen unterstreicht.
    Quellen: MA Net 2006, WEMF AG für Werbemittelforschung  , Zürich

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